Mittwoch , 31 August 2016
UDK-Fashion-Week-Berlin-SS-2015-6974

UDK Schau 15 Berlin – Graduate Show der Universität der Künste

Am Abend des 10. Juli zeigten Jungtalente bei der UDK Schau 15 Berlin ihre Projektarbeiten und Abschlusskollektionen. Etwa eine Stunde lang konnte man die Ergebnisse von fünfzehn Einzeldesignern und vier Semesterkooperationen im Erika-Hess-Eisstadion bewundern.


Sarah Effenberger – „fomme“

Den Auftakt zum Abend bereitete die Master-Absolventin Sarah Effenberger mit grafischen Schwarz-Weiß-Mustern und skulpturaler Formgestaltung mit Torso-Charakter, orientiert an Teilen der klassischen Herrenmode. Die ersten Menswear Modelle waren sehr dunkel gehalten, später liefen dann auch Models in Weiß, Pastellblau und Bordeaux über den Laufsteg, während eine Stimme sang: „Ich bin nicht dein Sexobjekt.“ Wiederkehrende Elemente waren abgerundete Reversformen und schalähnliche umgebundene Schleifen, hauchdünne Textilien wurden mit winterlichen Stoffen kombiniert.


 

Friedericke Haller – „(De)personalisation“

Fallend und fließend. In ihrer Kollektion zeigte die Bachelor-Studentin vor den Körper drapierte lange schwingende Looks. Gekonnt wurde hier mit verschiedenen aufgesetzten Elementen gearbeitet und durch hochgeschlossene Krägen ein verhüllender Charakter erzielt. Helle Farbnuancen verliehen eine Leichtigkeit, die durch ein sehr dunkel gehaltenes Outfit gebrochen wurden. Ein futristischer Touch wetteiferte mit zarten Raffungen und Pastellfarben. Im Spiel von transparenten und festeren Materialien spielte Leder eine wichtige Rolle und wurde ebenfalls für weiße Gürtel und Geschirre eingesetzt.


 

Gesine Försterling – „coming of age“

Geblendet! Zu „Boys and Girls“ von Blur zeigte Gesine Försterling ihre Bachelor-Kollektion, die vollkommen in Weiß gehalten war. Sie kombinierte transparente Stoffe mit Strickwaren  und brachte Flechtdetails auf Schuhen und Taschen an. Rollkrägen und überlange weite Ärmel sorgten für Kuschel-Charakter und lässige Silhouetten mit Spielraum umschmeichelten die Körper der Models. Transparente Blusen, Wolle, Jeans und Samt – ein gelungener Mix aus Sommer- und Wintermode.


 

3. Semester – „NeoAbsurdism“

Die Studenten des dritten Semesters der Universität der Künste zeigten konzeptionelle Mode, die ein breites thematisches und ästhetisches Spektrum bot. Psychodelische Farben, bemalte Stoffe, futuristische Glanz-Optik – alles eben irgendwie dem Titel „NeoAbsurdism“ entsprechend. Im Gesamtbild war der kollektionäre Charakter nur geringfügig erkennnbar, die Looks waren eher einzelne kostümartige Kunstwerke.


 

Sean Neubauer – „someone somewhere in transit“

Sandalen, weite Mäntel, große Knöpfe und aufgesetzte Taschen. Bachelor-Student Sean Neubauer präsentierte geschmackvolle Outdoor-Mode für Männer. Fast hätte man die Models zum Wanderausflug geschickt, vor allem durch die rustikale Wahl der Accesoires, doch irgendwie bekam der Designer immer den entscheidenden kleinen Twist hin, der die Looks auch auf der Straße möglicht machte. Farblich pendelten die Einzelteile zwischen verschiedenen, vorrangig dunklen, gedeckten Naturtönen.


 

Bettina Mileta – „Haltungsmuster“

Musik im klassischen Sinne gab es nicht, dafür eine Ansprache zum Thema Körperhaltung, die aus den Lautsprechern ertönte. Das Thema war, wie auch bei der Diplom-Kollektion von Bettina Mileta, der Zusammenhang von Körper und Kleidung. Wie beeinflusst Kleidung zum Beispiel die Haltung? Umgesetzt wurde diese interessante Leitfrage durch knöchellange Outfits, anfangs in Beige, später in Navy und knalligem Gelb. Minimalistische Kleider mit hohem Kragen und langen Ärmeln waren körpernah geschnitten, aber engten nicht ein. Weite schwingende Hosen wirkten feminin und elegant, aber keineswegs aufreizend. Spannung wurde durch Ripping und Ledereinsätze erzeugt, während grafischer Metallschmuck Handgelenke und Oberteile verzierte. Im Großen und Ganzen war es eine wirklich stilvolle Kollektion, die uns darauf aufmerksam machte, dass das, was wir tragen, unsere Wirkung und Selbstwahrnehmung enorm beeinflussen kann.


 

Nora Maas – „made in Vietnam“

Asiatischer Gesang leitete den Walk der Models von Nora Maas ein, die in dunklen Outfits durch die Halle marschierten. Die Bachelor-Kollektion war in Schwarz, Grau und Dunkelblau gehalten und bestach durch Layering der besonderen Art. Die Designer benutzte viele Funktionstextilien und schuf innovative Jacken- und Mantelformen, die über einfachen schwarzen Leggins getragen und mit Sneakern ergänzt wurden. Über die langen Teile wurden kürzere aufgesetzt und Krägen gab es hier und da im Doppelpack. Oftmals wurde mit hohen Schlitzen gearbeitet, sodass die Mäntel beim Laufen aufgingen. Besonderer Blickfang waren die silbernen Metallringe, die allein oder mehrfach als Ketten getragen wurden.


 

5.-7. Semester – „Macht und Mode“

Ein riesiges Spektrum an Farben und Formen bot die kooperative Kollektion, die Studenten vom 5. bis 7. Semester geschaffen hatten. Die Womenswear-Looks, die allein durchaus spannend gewirkt hätten traten neben den auffälligen Herrenoutfits in den Hintergrund. Faltenröcke, Ansteckblumen, verführerisches Rot – mit den Modellen der ersten männlichen Models wurden so einige Klischees der Modewelt über den Haufen geworfen. Bei späteren Looks, die transparente Überteile mit Schulterbetonung und goldenen Fransen aufwiesen, fühlten wir uns in vergangene Zeiten versetzt. Und mit dem nächsten Designer, der schwarze bemalte Wollmäntel mit Metallaplikationen zeigte, kam der nächste Bruch. Daraufhin wurde Kleidung gezeigt, die eine Mischung aus Sport- und Businessmode darstellte und mit einer oriental-geometrischen weißen Spitze sommerliche Leichtigkeit versprühte. Den krönenden Abschluss boten drei Männer, die dagegen in bademantelähnlichen Outfits eher plüschig daherkamen.


 

Magdalena Samuel – „kariert/geblümt/gestreift“

Mustermix vom Feinsten – in der Diplom-Kollektion von Magdalena Samuel trafen verschiedene Prints – mal ganz groß und mal ganz klein – aufeinander. Prinzipiell grafische Streifen wurden wurden spielerisch in ungleichmäßiger Darstellung umgesetzt. So ähnlich auch beim Blumenmuster, dass aussah wie von Hand gezeichnet, vielleicht ein bisschen kindlich, aber alles andere als kitschig. Neben Navy und Rot, wurde mit Pink und Türkis ein Statement gesetzt, als wiederkehrendes Element zog sich Weiß durch alle Looks. Die Kollektion hatte Strandcharakter und erzeugte Urlaubsfeeling durch lockere Schnitte, einen Badeanzug und vor allem durch drapierte Stoffstücke, die den Models handtuchähnlich umgebunden waren.


 

Ayscha Zarina Omar – „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“

Seine Kindheit wünscht sich wohl jeder mal zurück. Ayscha Zarina Omar versetzte uns mit ihrer Bachelor-Kollektion in eine Zeit voller Farben und Träume. Schlaflied-Musik und eine Kinderstimme leiteten die Show ein. Die Looks erinnerten an Nachthemden, Schlafanzüge und Morgenmäntel. Charakteristisch für die Kollektion waren Prints, die Kinderzeichnungen glichen oder vielleicht sogar welche waren. Gekritzelte Blumen, gesprenkelte Farben. Einmal wurde sogar eine Optik erzeugt, die nach aufgeklebten Stickern aussah. Die Designerin traute sich, einmal in den Farbtopf zu greifen und zeigte Blautöne, Lila, Rot und Orange. Entscheidend waren aber auch die Accessoires: dekorierte Spielkästchen als Handtaschen und 3D-gedruckter Schmuck als blumiges Dekor.


 

Lena Frank – „highlighting covers“

Die Idee hinter der Bachelor-Kollektion von Lena Frank war wahrhaft inspirierend! Sie nahm schwarze Kleidersäcke als Grundlage und ließ daraus Farbflächen wie pinken Tüll oder Glitzerelemente hervorlugen. Zu Anfang der Show war der Kleidersack als Objekt noch ziemlich gut zu erkennen, da die Designerin neben der expliziten Form spezifische Elemente wie den Reißverschluss und das transparente Sichtfenster bestehen ließ. Später wurde er zu einem schwarzen Abendkleid, dass man alleinstehend wohl kaum mit diesem Funktionsgegenstand in Verbindung gebracht hätte. Lena Frank zeigte eine Kollektion nicht besonders tragbar war, dafür aber gekonnt konzeptionell.


 

Nathalie Krüger – „mutable core“

Wie in einen riesigen Gummilappen gehüllt trat das erste Model auf den Runway. Die Bachelor-Kollektion von Nathalie Krüger war ein kleines Kunstwerk in sich. Die Designerin schien mit der Reihenfolge ihrer Looks irgendwie eine Art Entwicklung darzustellen. Das erste Model wickelte sich in ein riesiges Stück orangefarbenes Neopren, ein Stoff, der in den folgenden Outfits immer weniger Verwendung fand. Ab dem vierten Modell sah man nur noch Schwarz-Weiß-Streifen im engen Rapport, die sich auf einem dünnen plissierten Textil und gleichzeitig auf einer steiferen Qualität fanden, die durch ihren eckigen Faltenwurf die skulptural-architektonische Ästhetik unterstützte. Überall wurden sehr groß angelegte geometrische Schnitte asymmetrisch zusammengefügt und flatterten beim Gehen umher, da das Volumen der Vorder- und Hinterteile nur geringfügig an den Seiten verbunden war. Während das erste Model sich praktisch selbst zu verhüllen schien, wirkte die letzte Kandidatin eher so, als würde sie ihre Schale abwerfen und heraustreten.


 

5.-7. Semester – „cutting and editing“

Sieben Studenten aus verschiedenen Semestern zeigten ihre Kollektion, bei der es wohl genauso viele Gemeinsamkeiten wie Unterschiede gab. Die Show begann mit ganz weißen Looks, die von Weitem an fremde Kulturen erinnerten. Bei näherem Hinsehen erkannte man lange Hemden und Schürzen, die über noch längeren Röcken lagen, während die Gesichter der männlichen Models halb von Hüten verdeckt waren, die wie Schlafmützen aussahen. Daraufhin folgten Frauen, die asymmetrische Layering-Formationen aus Röcken, Kleidern und langen Jacken trugen. Pullis mit besonders dicken Ärmeln und andere winterliche Menswear wurden als Nächstes gezeigt, hier war der Blickfang ein aufwendig gecutteter Stoff. Im Anschluss sahen wir viele Modelle, die durch optische Täuschung, asymmetrische Musterführung, Schriftzüge oder aufgesetzte Patchwork-Elemente interessant wurden. Gebrochen wurde dieses vorrangig schwarz-weiße und eher schlichte Bild durch Männer in uniformartigen Outfits, die teilweise mit einem rosafarbenen Blumenmuster versehen waren. Gleichzeitig wurde hier mit einer durchsichtigen folienartigen Stoffqualität gearbeitet, bei der wir besonders den Einsatz für eine Weste, durch deren transparente Tasche man eine Zigarettenpackung erkennen konnte, witzig und interessant fanden. Abschließend liefen noch drei weibliche Models in weiten Röcken und Kleidern, die Orange, Rosa und Rot waren. Hier gab es Punkte, da Plisse, überall dreieckige Formen über den BH-Cups. Gemeinsamkeit der ganzen Teile war hauptsächlich ein geometrischer Ansatz und wie der Titel schon sagt: „cutting and editing“.


 

Kai Gerhardt – „put your lights on“

Unser persönlicher Liebling! Der Bachelor-Absolvent Kai Gerhardt hatte uns für sich eingenommen, sobald der DJ „Conquest Of Spaces“ von Woodkid spielte. Als dann auch noch die Models durch Halle liefen, waren wir vollauf begeistert. Der Designer schaffte es Tragbarkeit und Konzeptionskunst in Verbindung zu bringen und einen Bezug der beiden Aspekte zueinander zu kreieren. Die Kollektion begann allwhite und stufte sich dann in ihrem Farbspiel über Grautöne bis hin zu ganz Schwarz ab. Schnittlich gesehen gab es zu Anfang Elemente der klassischen Herrenmode wie Hemden, die langgezogen waren, und Anzugshosen, die als Hosenröcke interpretiert wurden. Das noch so businesstaugliche Teil wurde hier mit einem kleinen Twist versehen, sodass kein Outfit typisch gefällig wirkte. Im Verlauf von Weiß zu Schwarz trugen die Models ultralange Oversize-Schals mit langen Fransen. Mit der kommenden Dunkelheit schien die Kollektion immer mehr Details aus der Natur aufzugreifen und verlor ihr stadttaugliches Image. Plötzlich gab es voluminös fallende Krägen, Fell, zerschlissenen Stoff und Ast-ähnliche Details. Kai Gerhardt hatte es geschafft vollkommen widersprüchliche Ansätze zu vereinen und obwohl man manche Looks alleinstehend niemals einander zugeordnet hätte, schuf er durch die kollektionäre Abfolge eine Verbindung, die sich im letzten Modell nochmal bildlich widerspiegelte. Um dem Gesamtbild noch die Krone aufzusetzen, brachte der Designer zu Anfang, in der Mitte und am Ende ein außergewöhnliches Accessoire ein: drei der Models trugen als Maske einen Tierschädel, der farblich immer ihrer Stellung in der Kollektion angepasst war. Sehr inspirierend!


 

Elisabet Puhlmann – „at the treshold of mystery“

Elfengleich. Oder vielleicht doch eher Science-Fiction? Elisabet Puhlmann zeigte in ihrer Diplom-Kollektion mysteriöse Wesen, dazu spielte feengleiche Musik, dramatisch aufgepeppt. Eine Kollektion voller Brüche und Gegensätze. Eine futuristische Wirkung wurde durch abstehende Schultern, Metallic-Optik, Käferformen, Reißverschlüsse und riesige aufgesetzte Taschen erschaffen. Vor allem das erste Outfit sah aus wie ein voluminöser Weltraum-Overall und beinahe wollten wir die süße Astronautin schon zum Mond schicken, wären da nicht die zauberhaften Gold-Details am Saum der Beine gewesen. Auch in den folgenden Looks wird der Zukunfts-Touch durch barockähnliche Romantik gebrochen und die Arbeit mit Zitronengelb und viel Gold lässt manche Oberteile wie religiöse Umhänge wirken. Besonders cool fanden wir den aufgesetzten gelben Rucksack beim dritten Outfit.


 

Muyao Zhang – „delete“

Wendepunkte der Klassik. Die Bachelor-Kollektion von Muyao Zhang war vollkommen in Schwarz-Weiß gehalten. Den Auftakt machten lange Mäntel mit einem fotoähnlichen Print. Was darunter getragen wurde ließ schon den Charakter der kommenden Looks erahnen. Die Designerin verfremdete Elemente der klassischen Herrenmode und kombinierte sie mit einem Hauch asiatischer Schnitttradition. Die Wirkung? „Rough“ beschreibt es wohl ganz gut. Ungleichmäßig und rau. Dennoch immer elegant, zum Beispiel durch Hemdenformen, auch wenn diese teilweise ungewöhnlich lang mit weit überschnittenen Ärmeln ausfallen. Außerdem: Sehr gekonnt Hosen über Hosen gelayert und schnittlich bei näherem Hinsehen wahre Wunder vollbracht!


 

5.-7. Semester – „I am you and you are me too“

Einige Studenten des 5. bis 7. Semesters schufen zusammen eine facettenreiche Kollektion, die deutlich macht wie unterschiedlich man sich der Thematik „I am you and you are me too“ nähern kann. Die Show begann mit verrückten Outfits im Disco-Look. Karomuster wurde hier neu interpretiert und durch Statement-Farben und Asymmetrie umgesetzt. Die nächsten Modelle waren weitaus ruhiger. Der Designer zeigte in Weiß und Pastelltönen gehaltene innovative Schnitte, deren minimalistischer Charakter durch Oberkörper-Geschirre im Rucksack-Stil und Schriftzüge wie „Egocentric“ gebrochen wurde. Darauf folgte Womenswear mit Latzhosenoptik und großen hängenden Halftertaschen. Die nächste Designerin zeigte schwarze Eleganz mit geheimnisvoller Spitze und unversäuberten Säumen. Minimalistische sandfarbene Overalls für Männer wurden im Anschluss gezeigt. Mal aus Wolle, mal plissiert, immer schlicht, immer schön. Es folgten asymmetrische Modelle für Frauen, die durch ihren Oberflächencharakter bestachen. Das Objekt Latzhose wurde im Folgenden erneut aufgegriffen, hier in als Jeansware. Wie 90s-Kids liefen die Models dazu mit Pullis mit Schriftzügen und Bomberjacken über den Runway. Das Männer mit Blumen und Farben genauso gut aussehen können wie Frauen, hatten schon einige der vorherigen Kollektionen bewiesen. Auch hier schien das Umwerfen von Klischees mal wieder Thema gewesen zu sein. Die letzten Models trugen knalliges Rot, Camel, Navy und Sorbetorange. Es gab weite schwingende Hosen, einen abgewandelten Paisley-Print, Raffungen und Falten – adé Männlichkeit, aloha neue schöne Welt. Cooles Accessoire: eine keulenförmige Tasche.


 

Nathini van der Meer – „Apokatasma“

Ab in den Himmel! Zu Anfang und Ende ragten plüschige Kopfbedeckungen in den Himmel und verdeckten das komplette Gesicht der Models. Die Diplom-Kollektion von Nathini van der Meer war, was man ein „ruhiges Feuerwerk“ nennen könnte. Die Looks waren immer monochrom in Schwarz, Weiß oder warmem Grau gehalten, ab und zu wurden glitzernde Silbernuancen oder goldenen Details eingesetzt. Die Schnitte waren sehr futuristisch und hatten teilweise Science-Fiction-Charakter, aber alles wirkte ungemein gelassen und in sich stimmig. Strukturstoffe, Fell und Applikationen machten jedes Outfit bei näherem Hinsehen nochmal spannender. Besonders interessant an der Kollektion fanden wir die Oberteile, die mittig transparent waren, den Brustbereich aber innovativ und stilvoll verdeckten, und die dazu passenden witzigen Röcke, die an den Seiten länger waren.


 

Venus Nemitz – „the three christs of ypsilanti“

Ein grandioser Abschluss! Mit einem spannenden Titel, ganz nebenbei. Um das kurz zu erklären: „Die drei Jesusse von Ypsilanti“ stehen für eine Identitätsstörung beziehungsweise für die Frage, was ein Mensch tut, wenn er von seiner Identität überzeugt ist, ein anderer sich aber genauso sicher ist, diese Identität zu besitzen.

Die Diplom-Kollektion von Venus Nemitz begann mit Männern mit Weiß. Ein klassisches Hemd, ein dünner Mantel und eine transparente Hose mit außergewöhnlicher Spitze. Was allein schon ein interessanter Look gewesen wäre, verblasste geradezu im Vergleich zu den folgenden Looks. Wiederkehrende Elemente waren ein Roboterarm-Print in micro und makro, sowie Geschirre, die die Models um den Oberkörper trugen. Von der Farbwahl her tauchten ab dem dritten Modell viel Flieder und Pastellgrün auch, sodass manche Teile aus Seide ein bisschen an Nachtwäsche erinnerten. Hier und da gab es ein transparenten Umhang, vieles wirkte kostümartig. Am liebsten mochten mir den Look mit dem Federoberteil, geschnürt durch ein knallig blaues Geschirr und relativ ruhig kombiniert mit einer urbanen Hose.

Man erwähne noch kurz die tolle Konfettikanone, die hochging als alle Models und Designer zusammen ihren Abschlusslauf über den Runway antraten. Ein traumhaftes Ende dieses schönen Abends, der uns alle noch lange inspirieren wird.

Autor: Julia Sophie Hellmann – Fotos: KOWA-Berlin / Alexandru Herca

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