Die AVANTGARDEN Fashion Show am 24. April 2026 im Studio dB in Berlin war weit mehr als eine klassische Modenschau – sie war ein Statement für die Zukunft der Mode. Zwischen künstlerischer Inszenierung und einem Publikum aus Szene-Insidern zeigte das Event, wie radikal und zugleich ästhetisch nachhaltige Mode heute gedacht werden kann. Initiiert von Ani Khidasheli und Carmel Samandari, vereinte AVANTGARDEN acht aufstrebende Designer, die mit ihren Kollektionen eindrucksvoll demonstrierten, dass Abfall nicht das Ende, sondern der Anfang eines kreativen Prozesses sein kann.

Bereits beim Betreten der Location wurde klar: Hier geht es um mehr als Trends. Roh belassene Materialien, experimentelle Silhouetten und bewusst eingesetzte Imperfektion prägten das Gesamtbild. Die After-Party rundete das Erlebnis ab und machte die Show zu einem kulturellen Treffpunkt der Berliner Kreativszene.
AVANTGARDEN Fashion Show – Überblick
Event: AVANTGARDEN Fashion Show
Datum: 24. April 2026
Uhrzeit: 19:00 – 23:59 Uhr (inkl. After-Party)
Location: Studio dB, Uferstraße 8–11, Studio A14, 13357 Berlin
Konzept: Nachhaltige Avantgarde-Mode aus recycelten und bestehenden Materialien
Leitung: Ani Khidasheli & Carmel Samandari
Designer: 8 internationale Talente
Besonderheit: Fokus auf Upcycling, Slow Fashion und experimentelle Konstruktion
Was ist AVANTGARDEN? Konzept und Vision
Unter AVANTGARDEN versteht man ein experimentelles Modeprojekt, das sich konsequent der Transformation bestehender Materialien widmet. Statt neue Stoffe zu produzieren, arbeiten die Designer ausschließlich mit bereits existierenden Ressourcen und interpretieren diese durch Handarbeit, Manipulation und innovative Konstruktion neu.
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Im Zentrum steht die Idee der Slow Fashion: Jedes Kleidungsstück entsteht mit Zeit, Präzision und einer klaren künstlerischen Intention. Die Kollektion bewegt sich bewusst zwischen den Polen Identität, Wandel und Materialität. AVANTGARDEN stellt damit eine zentrale Frage: Kann nachhaltige Mode gleichzeitig radikal, expressiv und visuell stark sein?
Die Antwort liefert diese Show eindrucksvoll – mit Looks, die nicht nur tragbar, sondern fast skulptural wirken und klassische Kategorien von Mode sprengen.
Designer & Looks der AVANTGARDEN Show
Maite Escartín Lindner
Maite Escartín Lindner [Instagram] eröffnete die Show mit drei kraftvollen Looks, die stark auf skulpturale Körperformen setzten. Ein schwarzes Lederkleid mit überzeichneten Hüftpartien wirkte wie eine tragbare Skulptur und stellte die Silhouette bewusst infrage. Ergänzt wurde die Reihe durch ein hochglänzendes rotes Ensemble mit futuristischer Anmutung sowie ein weiteres Outfit, das mit Materialspannung und präziser Linienführung spielte. Ihre Handschrift zeigt sich klar in der Dekonstruktion klassischer Proportionen und einem fast architektonischen Ansatz.
Carolina Fortkord
Die Designerin Carolina Fortkord präsentierte einen einzelnen, aber visuell prägnanten Look, der durch Volumen und Materialkontraste überzeugte. Ein skulptural geformter Rock traf auf ein strukturiertes Oberteil, wodurch eine spannungsreiche Silhouette entstand. Besonders auffällig war die Balance zwischen Bewegung und statischer Form. Ihr Design wirkt wie eine textile Studie über Raum und Körper.
Mai Anh Trịnh
Mai Anh Trịnh [Instagram] zeigte drei Looks, die stark von Transparenz und Materialexperimenten geprägt waren. Netzartige Strukturen, fließende Stoffe und bewusst fragmentierte Silhouetten erzeugten eine fragile, fast poetische Ästhetik. Die Looks wirkten wie im Wandel begriffen – zwischen Konstruktion und Auflösung. Besonders das Spiel mit Layering und Textur verlieh der Kollektion Tiefe und Bewegung.
Rabea Jarsumbeck
Die Designerin Rabea Jarsumbeck präsentierte einen einzelnen Look, der durch organische Formen und eine natürliche Farbpalette überzeugte. Das sandfarbene Kleid umhüllte den Körper wie eine zweite Haut und wirkte gleichzeitig skulptural und fließend. Feine Drapierungen und strukturierte Oberflächen verliehen dem Design Tiefe. Ihre Arbeit spiegelt eine starke Verbindung zwischen Material, Körper und Natur wider.
Trinh Minh Trang Duong
Mit vier Looks zeigte Trinh Minh Trang Duong [Instagram] eine der vielseitigsten Serien der Show. Von verspielten, dekonstruierten Outfits mit freiliegenden Elementen bis hin zu glänzenden Statement-Pieces spannte sich ein breites Spektrum. Besonders ein pinkes, hochglänzendes Kleid setzte einen starken visuellen Akzent. Die Kollektion lebt von Gegensätzen – weich trifft auf hart, Struktur auf Fluidität – und erzeugt dadurch eine dynamische Gesamtwirkung.
Blanche Renaudin
Blanche Renaudin [Instagram] präsentierte vier Looks, die durch Leichtigkeit und fließende Bewegungen geprägt waren. Besonders auffällig war die Kombination aus strukturierten Oberteilen und weich fallenden Stoffen, die eine fast schwebende Wirkung erzeugten. Die Farbpalette bewegte sich zwischen natürlichen Tönen und sanften Grüntönen. Ihre Designs wirken wie ein ruhiger Gegenpol zu den experimentelleren Looks der Show.
Jette Jager
Jette Jager [Instagram] setzte auf einen einzelnen Look, der stark von dekonstruiertem Denim und Layering geprägt war. Eine strukturierte Jacke traf auf transparente Stoffschichten und asymmetrische Details. Die Kombination aus Streetwear-Elementen und avantgardistischen Schnitten verlieh dem Outfit eine urbane, zeitgenössische Note. Besonders die bewusst sichtbare Unfertigkeit machte den kreativen Prozess greifbar.
Greta Czermak
Greta Czermak [Instagram] präsentierte mit sechs Looks die umfangreichste und zugleich erzählerisch stärkste Kollektion der Show. Die Designs reichten von verspielten, fast surrealen Silhouetten – etwa einem skulpturalen Kleid mit abstraktem Gesichts-Motiv – bis hin zu tragbareren, aber dennoch experimentellen Kombinationen aus Denim, Korsagen und Patchwork-Elementen. Besonders auffällig war die narrative Qualität der Looks, die wie Figuren einer Geschichte wirkten – inklusive ikonischer Details wie Kronen oder kindlich anmutender Applikationen. Ihre Arbeit verbindet handwerkliche Präzision mit konzeptioneller Tiefe und zeigt, wie emotional und vielschichtig nachhaltige Mode sein kann.
AVANTGARDEN als Zukunftsmodell der Mode
Die AVANTGARDEN Show in Berlin hat eindrucksvoll gezeigt, dass nachhaltige Mode nicht reduziert oder minimalistisch sein muss. Im Gegenteil: Sie kann laut, mutig und visuell überwältigend sein. Die Designer bewiesen, dass Recycling und Upcycling nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ästhetisch hochrelevant sind.
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Mit einem klaren Fokus auf Handwerk, Innovation und künstlerischen Ausdruck positioniert sich AVANTGARDEN als wichtiger Impulsgeber. Eine Show, die nicht nur inspiriert, sondern auch zum Umdenken anregt.
Autor: fsb – Fotos: KOWA-Berlin




















































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