BUZIGAHILL Autumn Winter 2026 BFW Berlin

Patchwork, Fransen, gedämpfte Farben – BUZIGAHILL zeigt eine neue Kollektion am letzten Tag der Berlin Fashion Week als Teil des INTERVENTION-Formats im Kraftwerk Berlin. Das ehemalige Heizkraftwerk bildet mit seiner rohen, industriellen Architektur die perfekte Kulisse für die BUZIGAHILL Runway-Show.

Reassembled

Als sich die Lichter auf den Laufsteg richten und das Publikum gespannt den ersten Look erwartet, setzt eine Klangcollage ein, in der Sprache und Musik verschmelzen. Die Show eröffnet mit einer gemusterten Biker-Jacke, gefolgt von Kleidern, Anzügen und Denim-on-Denim Outfits. Locker geschnittene Silhouetten ziehen sich durch die Show, ob in lässigen Kleidern oder oversized Trenchcoats. Karierte und gestreifte Hemden werden zu Capes und Bomberjacken. Patchwork fungiert als verbindendes Element und vereint die Kleidungsstücke visuell. Ehemalige Ärmel werden nun zu Rockdetails, Knopfleisten verlaufen plötzlich waagerecht und Muster treffen aufeinander. Eine Denim-Jacke ist vollständig mit silbernen Nieten besetzt, dasselbe Detail findet sich auch am Saum einer Jeans wieder. Ergänzt wird die Kollektion durch grob gewebte Elemente und Oberteile mit langen Fransen. Hüte mit breiter Krempe, große Taschen und voluminöse Schleifen, die asymmetrisch um den Hals gebunden sind, dienen als Accessoires.

Eine Nachricht an die Modewelt

Das Hemd mit “Who is to Blame Schriftzug” läuft zum Ende der Show über den Runway und sendet eine Botschaft, die das Publikum zum Nachdenken anregt. Bobby Kolade lässt die Frage nach der Verantwortung offen im Raum stehen. Bei dem Designer ist der Fokus auf wiederverwendete Materialien fundamental, doch sein unverkennbarer Stil bleibt bestehen. Er interpretiert neu, experimentiert mit Texturen und setzt Materialien frei zusammen.

Zurück zum Absender

Die ugandische Marke BUZIGAHILL wurde von Bobby Kolade gegründet und versteht sich als Reaktion auf den globalen Umgang mit aussortierter Kleidung. Nach langen Lieferketten landet Secondhand-Ware aus Europa, Asien und den USA auf Märkten in Ostafrika. Das hat verheerende Folgen für die lokale Textilindustrie. Mit dem Projekt RETURN TO SENDER kritisiert Kolade den Überkonsum und den Umgang mit ungewollter Kleidung, indem er transformierte Second Hand-Kleidung zurück in die Ursprungsländer sendet. Der Designer baut auf bereits existierender Kleidung auf und macht etwas völlig Neues und Modernes daraus.

Autorin: Elise Urban – Fotos: Finnegan Koichi

BUZIGAHILL Autumn Winter 2026 BFW Berlin – Runwayfotos

 

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