In brutalistischer Atmosphäre präsentierte die Brand BUZIGAHILL im Messegebäude Berlin seine Spring Summer Kollektion 2027. Das in Uganda gegründete Label des Designers Bobby Kolade versteht Mode als gesellschaftskritisches Medium und verwandelt alte Second-Hand-Kleidung vom Markt in Uganda in neue Luxusstücke, die im Sinne des „Return to Sender“-Konzepts an ihren Ursprungsort, den globalen Norden zurückgeführt werden.
Freiheit, Individualismus und Ausdruck
Die Show begann nicht wie gewohnt mit dem Einlauf der Models – der Designer persönlich kam auf den Laufsteg. Authentisch und nahbar erläuterte er die Historie und seine Inspiration für die Kollektion: Schwerpunktmäßig nimmt er Bezug auf die Zeit zwischen 1960 und 1970, die Zeit nach der Unabhängigkeit Ostafrikas. Besonders zwei Personen haben ihn in der Entwicklung seiner Kollektion inspiriert: Kenneth Kaunda , der erste Präsident Sambias, der eine ganzen Anzugstil mit seinem Namen prägte , den Kaunda-Anzug. Außerdem die erste weibliche Anwältin Ugandas und Dimplomatin des Landes – Prinzessin Elizabeth Bagaya von Toro. Die Kollektion weist eine außerordentliche Eleganz und Ausdrucksstärke auf, die Selbstbestimmung und individuelle Freiheit symbolisiert.
Zweiteiler in minimalistischem Design
Klare, minimalistische Silhouetten dominieren die Kollektion. Zweiteiler – von Minirock und Top Kombinationen, bis hin zu Shorts mit Jacke, bilden das zentrale Stylingprinzip. Ein wiederkehrendes Element war das rekonstruierte Hemd, das auf unterschiedlichste Art und Weise geschichtet oder zerschnitten und wieder aneinandergesetzt wurde. Auch in den Minikleidern waren aneinandergesetzte Hemdteile aus Karo- und Streifenstoffen erkennbar. Charakteristisch waren Hosen mit hybrid konstruierten Bundpartien. Dabei bestehen die Taillenpartien häufig aus kontrastierenden Materialien wie technischen Stoffen. Sie setzten sich bewusst von den eleganteren, businessartigen Grundstoffen der Silhouette ab. Ein Spannungsfeld zwischen Formalwear und urbaner Streetwear entstand. Das Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien verstärkte den konsequenten Upcycling – Ansatz der Brand.
Patchworkelemente in leuchtenden Akzentfarben
Optisch dominierte eine reduzierte Farbpalette aus Grau, Schwarz und verschiedenen Blautönen, die den minimalistischen Charakter der Kollektion unterstrich. Patchwork-Elemente in leuchtenden Akzentfarben setzten gezielte Kontraste und setzten bewusst visuelle Brüche, die den experimentellen Umgang mit Materialien betonten.
BUZIGAHILL zeigte damit, dass nachhaltige Mode und innovatives Design keine Gegensätze sind. Die Kollektion vereint minimalistische Silhouetten, handwerkliche Präzision und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu einer klaren, modernen Designsprache, die die Identität des Labels authentisch widerspiegelt. Wie stark Kleidung Geschichte in sich trägt und Medium gesellschaftskritischer Statements ist, wird bei der Show der ugandischen Brand hautnah gezeigt.
Autorin: Jade – Fotos: Andreas Hofrichter











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