Mittwoch , 16 Oktober 2019
hocheol moon designer

Hocheol Moon – vom Fischer zum Modedesigner

„A Fisherman“ – so lautet der Name der Gewinnerkollektion, die Hocheol Moon, Absolvent der ESMOD Berlin, anlässlich des New Blood Berlin Award 2014“ by Fashionstreet-Berlin Anfang Juli präsentierte.

Der Name ist Programm – das kann man nicht nur in Bezug auf den Stil von Moons Mode behaupten, sondern auch angesichts der Tatsache, dass seine Kollektion eine Art Autobiografie in Bezug auf sein früheres Leben darstellt. Inspiriert von der Natur, der Einsamkeit und der Schönheit des Meeres entschied sich der einstige Fischer aus Südkorea schließlich seiner Passion nachzugehen und die Impressionen in einer Kollektion umzusetzen.

Schon im zarten Alter von 5 Jahren zeichnete sich Moons Leidenschaft für Mode ab: „Am Strand fertigte ich Skizzen von Frauen in Kleidern an. Meine Eltern waren davon gar nicht begeistert. Ein Junge, der sich für Frauenkleider interessiert? Im damals noch sehr konservativen Südkorea hatte man kein Verständnis dafür. Mein Vater war der Meinung, ich solle doch lieber einen „richtigen“ Beruf erlernen.“

Hocheol Moon hatte sich zunächst auf Frauenmode spezialisiert, wechselte Moon im 3. Jahr seines Studiums zur Männermode. „Meiner Meinung nach ist die Männermode im Vergleich zur Frauenmode sehr beschränkt, ihr sind klare Grenzen gesetzt. Mit meinem Schaffen möchte ich die Männermode erweitern und bereichern.”

Auf die Frage, was Mode für ihn bedeute, antwortet er „Leben!“ Auf meinem Weg zum Modedesign musste ich so viele Hürden überwinden und jetzt, mit 36 Jahren, bin ich endlich angekommen und kann meinen Traum verwirklichen.“

Mit seiner Award-Kollektion, zu der ihn Hemingway’s „The Old Man in the Sea“ inspirierte, will er das Vorurteil des „starken, machohaften Fischers“ brechen und ihm stattdessen sensible, feminine Komponenten verleihen. Zarte Farben und Naturtöne sind charakteristisch für seine „Fisherman“-Kollektion, die, wie er erklärt, einen Kontrast zur schnelllebigen, trend-orientierten Mode im digitalen Zeitalter darstellt. „Eher konzeptionell als tragbar, einzigartig, avantgardistisch, unisex“, das sind die Schlagworte, mit denen Moon den Stil seiner Kreationen beschreibt.

In Berlin, wo er neben der Offenheit der Menschen die freie und multikulturelle Atmosphäre schätzt, kann sich Moon durchaus vorstellen, sein eigenes Label zu gründen. Dank des Ehrengastes Dr. Mary E. Davis vom Fashion Institute of Technology NY sind im Rahmen des „New Blood Berlin Award“ zudem erste Kontakte nach New York enstanden.

Mit diesen vielversprechenden Aussichten wünscht das Team von Fashionstreet-Berlin Hocheol Moon weiterhin viel Glück und Erfolg auf seinem Weg!

Autor: Marlene B. – Fotos: KOWA-Berlin/ Stefan Barth  –  Kollektionsfotos: Hocheol Moon

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