Am Montag, den 02. Februar 2026, läuteten nicht die Glocken, sondern dröhnende E-Gitarren den Auftritt des japanischen Labels JOHN LAWRENCE SULLIVAN ein. Die Location hätte nicht passender sein können: Das Kraftwerk Berlin – weltweit bekannt als Heimat des Tresor-Clubs – bot die perfekte industrielle Kulisse. Im Rahmen des „Intervention“-Formats des Fashion Council Germany feierte Designer Arashi Yanagawa sein Berlin-Debüt und bewies prompt, dass seine Ästhetik wie für die deutsche Hauptstadt gemacht ist.
Dass die Kollektion so nahtlos mit der Berliner Ästhetik verschmilzt, ist kein Zufall. Nach der Show berichtete Yanagawa, dass Berlin eine seiner erklärten Lieblingsstädte sei. Inspiration zieht er dabei gezielt aus der deutschen Industriearchitektur sowie von hiesigen Künstlern und Musikern.
Die Architektur des Kampfes
Berlin war zu diesem tag bitter kalt, passend war das Setting düster, untermalt von den atmosphärischen Klängen des Musikers Jonas Kerssen, der die Brücke zur skandinavischen Black-Metal-Kultur schlug. Doch über der nordischen Kälte schwebte unverkennbar Yanagawas Boxvergangenheit.
Durch meisterhafte Schneiderkunst – insbesondere im Bereich der Taille – kreierte Yanagawa eine Silhouette, die eine leicht nach vorne gebückte Haltung erzwingt. Es ist die physische Manifestation eines Boxers im Ring, bereit zum Schlag oder zur Deckung. Diese „Abwehrhaltung“ zog sich durch die gesamte Kollektion: Robuste Materialien wie Melton-Wolle, dicht gewebte Stoffe und markantes Leder vermittelten ein tiefes Gefühl von Schutz und Widerstand.
Punk-Attitüde und skulpturale Stärke
Neben den sportlichen Einflüssen dominierten starke Punk-Elemente das Bild. Das Zusammenspiel aus schweren Beschlägen, silbernen Nieten und hochglänzendem Leder verlieh der Kollektion eine aggressive Eleganz. Besonders beeindruckend war die architektonische Strenge der Rückansichten: Die Mäntel und Sakkos wirkten wie skulpturale Panzer, die ihren Träger in der rauen Umgebung der Großstadt isolieren und gleichzeitig stärken.
Auch die Womenswear blieb dieser Linie treu, ergänzt durch provokante Details. In Zusammenarbeit mit japanischen Denim-Labels HAKAMA und TOKUFUKU entstanden Stücke, die maskulines Tailoring mit fetischistischen Lingerie-Elementen kreuzten – ein Look, der im Berliner Nachtleben zweifellos sein Zuhause finden wird.
Mit diesem Debüt hat Arashi Yanagawa bewiesen, dass die harte, anspruchsvolle schneiderische DNA von JOHN LAWRENCE SULLIVAN eine tiefe ästhetische Verwandtschaft zur Berliner Subkultur aufweist. Die gezeigte Kollektion markiert damit nicht nur einen persönlichen Meilenstein für den Designer, sondern hinterlässt einen bleibenden Eindruck in der geschichtsträchtigen Betonkulisse des Kraftwerks.
Autor: Michel Winges – Fotos: Finnegan Koichi
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![Autor: Michel Winges – Fotos: Finnegan Koichi [divider style="normal" top="20" bottom="20"] JOHN LAWRENCE SULLIVAN Autumn Winter 2026 BFW Berlin](https://i0.wp.com/www.fashionstreet-berlin.de/wp-content/uploads/2026/02/JOHN-LAWRENCE-SULLIVAN-21.jpg?fit=933%2C1400&ssl=1)
























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