Mit ihrer innovativen Technologie denkt Kasia Kucharska Traditionen neu. Durch die Verbindung von altem Handwerk und neuen technologischen Entwicklungen mit Latex wagt sie einen unerwarteten Sprung in der Modewelt.
Zunächst studierte die Designerin Innenarchitektur an der Hochschule für Technik in Stuttgart und legte später noch einen Bachelor in Modedesign sowie einen Master in Produktdesign an der Universität der Künste in Berlin nach. In der Zwischenzeit sammelte sie Erfahrungen bei großen Marken wie Kostas Murkudis oder Balenciaga.
2021 gründete Kasia Kucharska ihr gleichnamiges Label in der Modemetropole Berlin. Damit schafft sie es, ihr Interesse für Architektur in tragbarer Mode zu vereinen.
Tradition und Latex
Bereits 2019 präsentierte sie in ihrer Abschlusskollektion an der UdK Berlin das gemeinsam mit Wanda Wollinsky und Reiner-Andre Törner entwickelte 3D-Druckverfahren „FUTURE CRAFT“. Es macht es möglich, mit Latex – einem elastischen Material – Mode zu drucken.
Der biologisch abbaubare Latex wird dabei durch einen digitalen Prozess in die finale Form gedruckt. Das ist nicht nur materialsparend, sondern ermöglicht auch personalisierte Passformen. Ihre Inspiration ist die traditionelle Handwerkskunst der Spitze, die Kucharska mithilfe neuer Technologien in die heutige Zeit übersetzt.
Ihren Hauptfokus legt Kasia Kucharska weniger auf die Silhouetten als auf das Material an sich. So konnte man auf dem Laufsteg ihrer Fall/Winter-Kollektion 2025 nicht nur gedruckten Latex, sondern auch dekonstruierten Strick in Kombination mit Latex sowie rein aus Latex gestrickte Kleidungsstücke bewundern.
Ihr „all-over lace scribble“, das selbst entwickelte Muster aus Latex, erinnert an lose gemalte Schlaufen und hat sich zu ihrem Wiedererkennungsmerkmal entwickelt. Neben Grund- und Pastellfarben nutzte sie unter anderem knallige Farbakzente, die den Designs Leben einhauchen.
Ihre Mode soll fröhlich sein, Spaß machen und auch in schwierigen Zeiten Optimismus bewahren, teilte sie der VOGUE Germany in einem Interview mit.
Nachhaltigkeit trotz Technologie
Neben innovativen Technologien steht bei Kasia Kucharskas Designs auch Nachhaltigkeit im Fokus. Der Latex, aus dem die meisten Designs bestehen, ist biologisch abbaubar – und auch die Farben sind aus natürlichen Rohstoffen gewonnen.
- Alle Teile werden individuell handgefertigt und in Deutschland produziert.
- Im Shop finden sich Pflegehinweise, um bewussten und langlebigen Konsum zu fördern.
- Durch die entwickelte Technologie gelingt eine Produktion ohne Verschnitt.
- Dank nahtfreier Herstellung kann komplett auf Kurzwaren verzichtet werden.
Durch ihre innovativen Ansätze katapultierte sich Kasia Kucharska von einer Studentin mit Masterabschluss zur Gründerin eines erfolgreichen eigenen Labels. 2024 erfuhr sie Anerkennung für ihre vielversprechende Arbeit, als sie den ersten deutschen FCG/VOGUE Fashion Fund gewann – inklusive Preisgeld und Mentoring.
Anschließend stürzte sie sich sofort in die Vorbereitungen auf ihre erste Show bei der Berlin Fashion Week 2025 und begeisterte auch dort das Publikum. Heute kann sie auf berühmte Kundschaft wie Charli XCX und Julia Fox sowie auf eine Zusammenarbeit mit Google Pixel zurückblicken.
Am Sonntag, den 01. Februar dieses Jahres, werden wir in der Bürofläche M60 im Rahmen der Berlin Fashion Week 2026 sehen, wie sich Kasia Kucharska seitdem weiterentwickelt hat.
Autorin: Lilia Barth – Fotos: PR
Fashionstreet-Berlin – Mode, Trends, Designer & Shopping Modemagazin für Fashion, Trends, Outfits, Shopping und Streetstyle – mit News zu Designern, Graduates, Fashionshows, Kino und Lifestyle. 
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.