Kolya Bogatyrev hatte am 5. Juli 2026 seine zweite Runway-Show auf der BFW SS27 mit dem Titel “classical reminder”. In dem klassischen Altbau nah des Checkpoint Charlie präsentierte er seine nachhaltige Kollektion.
“classical reminder”
Wie wir es von der Marke Kolya Bogatyrev bereits kennen fanden weiße und blaue Herrenhemden, Anzugshosen, T-Shirts und andere Designklassiker neue Form und Verwendung. Viele verknitterte Hemden wurden unter engen Mesh Oberteilen an den Körper gepresst oder in vielen Lagen übereinander getragen. Anzugshosen wurden auf den Kopf gedreht und zu Röcken umfunktioniert, sodass die Hosenbünde um die Knie hingen. Auch T-Shirts wurden auf ähnliche Weise zusammengenäht und ihre runden Halsausschnitte formten unkonventionelle Rocksäume. Hier fand auch viel Color-Blocking statt und die Kolya Bogatyrev “classical reminder” Show schuf gekonnt eine stimmige Farbpalette aus vielen neutralen Tönen und bunten Kontrasten. Bereits bekannte Elemente, wie die Raffungen fanden zum Beispiel in einem Patchwork-Kleid gebrauch und die Signature Krawatten bogen sich drahtig um die Hälse der Models.
Humorvolle Designs und verspieltes Runway-Konzept
Neu auf der Show am Sonntag Nachmittag, waren die großen Landkarten, aus denen Minikleider und Röcke gemacht wurden. An einzelnen Stellen funkelten Glitzerpailletten und auch der letzte Look fiel durch seine Eleganz auf. Das Model war vom Hals bis zum Boden in weiße Spitze mit Schleppe gehüllt. Die weißen T-Shirts mit dem Kolya Bogatyrev Print zogen sich ebenfalls konsequent durch die Show. Der Designer hatte sich auch ein besonderes Konzept überlegt, um die Show zu öffnen. Die großen Flügeltüren, die die drei Räume trennten, wurden von tollenden Kindern geöffnet und so entstand gleich zu beginn eine leichte unbesorgte Stimmung.
Zirkularität als zentrales Thema
Der ukrainische Designer Kolya Bogatyrev gründete 2021 sein Label. Die anfänglichen Entwürfe bestanden viel aus Patchwork. Kolya fand seine Materialien in Second-Hand Läden und nutzte die Stoffe für neue Designs. Mittlerweile macht er mehr Gebrauch von der ursprünglichen Form der Kleidungsstücke und bezieht so den zirkulären Ansatz ganz direkt in seine Designarbeit ein. Die Nutzung bereits existierender Kleidung ist so nicht mehr nur eine nachhaltige Strategie zur Materialgewinnung, sondern auch das zentrale Thema mit dem sich auf konzeptueller Ebene auseinandergesetzt wird.
Autorin: Maya Zieger – Fotos: James Cochrane
































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