Freitag , 19 Juli 2019
Lala Berlin MBFW AW 2016

Lala Berlin – Autumn Winter 2016/17 – Lalaversum der Gefühle

Das Label Lala Berlin ist inzwischen nicht mehr aus der Hauptstadt-Modeszene wegzudenken. Absolut jeder wollte der Show am 19. Januar 2016, weshalb die Location in der Auguststraße vollkommen überlaufen war und jeder schaulustige Interessent ohne konkrete Einladung erbarmungslos abgewiesen wurde. Da tümmelte sich also die aufgeregte Menge im me Collectors Room, in Erwartung, einem der Highlights der Mercedes-Benz Fashion Week beizuwohnen. Alle in dem Glauben, die für das Label typischen wunderschönen Looks über den Runway schreiten zu sehen. Tja, getäuscht liebes Publikum! Wäre doch langweilig. Unser Lieblingsereignis des Jahres hält immer einige Überraschungen bereit und wer wäre besser in der Lage, uns in Erstaunen zu versetzten, als die visionäre Modeschöpferin Leyla Piedayesh?

Die deutsch-iranische Designerin entführte uns in eine inspirierende Stimmungswelt, die von Gefühlen und Sinneseindrücken nur so strotzte. Und dabei war kein Outfit abgesehen von den Prominenten-Looks, die zum Beispiel Heike Makatsch und Bill Kaulitz zur Schau stellten, live zu sehen. Lala Berlin überraschte mit einem künstlerischen Fashionfilm, bei dem der zeitgenössische Fotograf Jonas Lindström Regie führte. Die meterhohe Videoinstallation zeigte drei Personen: Anna von Rueden, die zwölfjährige Louise Constein und das Topmodel Lina Berg – allesamt in wunderschönen Lalalooks. Berliner Schauplätze ergriffen die Zuschauer und Nahaufnahmen sorgten für eine elegische Athmosphäre. Einen kurzen Auftritt hatte auch der deutsche Nachwuchsmusiker Jesper Munk, dessen klare, beseelte Stimme den Mood Movie unterlegt. Der Sänger performte zur Präsentation drei Songs seines aktuellen Albums.

Einen kleinen Spaß für alle Beteiligten bot der prismenartige “magische” Spiegel, in dem man sich im Lalaversum verlieren und fotografieren lassen konnte. Check this out – auf Instagram mit #lalaberlin.

Leyla Piedayesh hebt sich von den klassischen Modenschauen ab und lässt mit ihrer Darbietung auf mögliche zukünftige Veränderungen in der Modewelt schließen: Wie verändert die Bedeutung medialer Möglichkeiten wie Instagram die traditionellen Prinzipien der Industrie? Werden die Leute irgendwann nur noch über das Internet kommunizieren? Warum als Designer noch über die Fashion Week zeigen, wenn man seine Fans auch über elektronische Informationsträger erreichen kann? Und wenn Mode für Jedermann ist und wir bei Lala Berlin alle gemeinsam in einem Raum stehen können (denn Sitzplätze gab es nicht!), um die Gefühlswelt in uns aufzusaugen, weshalb ist ein hierarchisches Sitzreihen-Prinzip mit Promi-Bevorzugung überhaupt notwendig?

Unsere Gedanken sind angeregt und wir erwarten außerdem gespannt das komplette Lookbook der Autumn Winter Kollektion. Ein paar Aspekte konnten wir schon aufschnappen: Inspiration für die aktuellen Entwürfe war eine Reise in den Iran und der Besuch der mystischen, antiken Erbstätte “Persepolis”. Verschiedene zu sehende Tiere und fabelhafte Wesen wurden später zu Printmotiven verarbeitet. Die Designs verbinden eine orientalische Anmutung mit dem urbanen Stil der Großstadt, womit Lala Berlin eine Brücke zwischen östlicher und westlicher Kultur schafft. Die Stoffe sind wie immer qualitativ hochwertig und farblich gesehen können wir vor allem mit Dunkelblau, Jade, Schwarz und Pink rechnen. Was die Schnitte angeht freuen wir uns besonders auf asymmetrische Teile und diagonale Linienführung.

Lala Berlin – Autumn Winter 2016/17 – “Persian queen goes Berlin”

Autor: Julia Sophie Hellmann – Fotos: Mercedes-Benz Fashion

 

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