Mittwoch , 20 November 2019

Lena Hoschek Autumn Winter 2016/17 – Im Englischen Tweed

Vor der Show gibt die strahlende Designerin Lena Hoschek Fashionstreet-Berlin ein Interview über die Inspirationen ihrer nächsten Herbst Winter Kollektion. Die Lena Hoschek AW16/17 Frau erwartet ein spritziges Erlebnis. Lena: „Das Motto Der Show ist „The Brits“. Da hab ich natürlich wieder tief in die Klischeekiste gegriffen. Ich liebe ja Klischees und die möchte ich so verarbeiten, das sie sehr tragbar werden uns Spaß macht.“

Fashionstreet: Was war deine Inspirationsquelle?

Lena Hoschek: Die Eleganz der Engländer, die große Heritage der englischen Schneiderei, die tollen Stoffe und die sehr sehr hochwertige Verarbeitung hat mich inspiriert, außerdem bin ich großer Miss Marpel Fan. Mich interessiert, dass eigentlich die Englische Mode völlig Trendunabhängig ist und immer gleich gut aussieht. Man kann das immer überall tragen und keiner würde sagen, das war aber von vorgestern. Das ist genau im Sinne meiner sonstigen Kollektionen, weil ich hab keine Lust irgend so einem Trend hinterher zu hampeln und meine Kundinnen unglücklich zu machen. Die fragen sich sonst irgendwann, warum hab ich mir das gekauft, das kann ich jetzt nicht mehr anziehen.

Fashionstreet: Hast du selber ein Lieblingsteil in dieser Kollektion?

Lena Hoschek: (lacht) Ja, mehrere z.b. Die Kleider aus Jersey, da hab ich den Stoff selbst entworfen. Das ist Stickjersey (mit kleine eingewebte Füchschen) mit Flanellausrüstung. Es ist auch wahnsinnig bequem. ( Sie greift nach einem kleinen schwarzen mit spitzen Bubikragen und Schleifengürtelchen) Dieses mag ich aus sehr gerne, es erinnern sehr an die 40er Jahre, mit schwingendem Glockenrock. Die Röcke sind nicht ganz so weit wie die letzten Kleider von mir im 50er Jahre Stil. Ich mag alle Teile im “Grammychick” gerne.

Fashionstreet: Dann hast du dich dieses Jahr mehr an den 40ern als an den 50ern orientiert?

Lena Hoschek: Ein bisschen mehr, ja. Es gibt dieses Jahr auch weniger Petticoats als sonst.
Außerdem sind die Mäntel für mich ein Keypiece, aus Harris Tweed, handgewebt aus Schottland, so richtig schön kratzig von außen. Oder auch die Wachsjacken, Waxed Cotton mit Innenwachs. Diese zeig ich in Kombination mit einem Spitzenkleid oder auch mit goldenen Brokadstoffen. Dreck-Gummisteifel und eine grobe Jacke zu so einem schönen Kleid, das find ich gut.

Fashionstreet- Berlin: Wie läuft dein Designprozess, gibt es erst denn Stoff dann das Kleid oder entsteht zuerst der Schnitt?

Lena Hoschek: Ich hab schon im Vorfeld, bevor es los geht mindestens 4-5 Moodboards für verschiedene Kollektionen. Damit hab ich jetzt schon wieder die nächsten 3 Kollektionen fix. Dann geht das Sourcing los, das ist natürlich das wichtigste, die Stoffe müssen auch beschaffbar sein, alles was ich nicht beschaffen kann lass ich selbst drucken. Das ist extrem aufwendig, solche Entwicklungen brauchen ihre Zeit und sind meistens erst in letzter Sekunde fertig. Vieles ist aus England, auch aus Deutschland oder Österreich. Italienische Seiden, französische Spitzen. Sehr authentische Stoffe.

Fashionstreet: Hast du dir auch schon überlegt eine Männerkollektion zu entwickeln?

Lena Hoschek: Das Ja, aber ich nehme mein Business ja ernst und wenn man das Investment Kapital nicht hat um wirklich ein große Neue Sparte von seinem Label auf zu machen, dann sollte man lieber die Finger davon lassen.

Fashionstreet: Zum wievielten mal präsentierst du denn jetzt auf der Fashion Week Berlin?

Lena Hoschek: Das muss ich nachrechnen, Sommer 2009 hatte ich meine erste Show.

Somit präsentiert sie am ersten Tag der Berlin Fashion Week 2016 ihre 14 Show, wenn wir das richtig ausgerechnet haben. Auf unsere letzte Frage ob sie noch aufgeregt ist vor einer Show antwortet sie souverän: Lena Hoschek: Nein, ich war aber auch bei meiner aller ersten nicht wirklich aufgeregt. Ich war früher vielleicht kolerisch wenn irgendwas nicht geklappt hat, aber das ist mir jetzt wurschd. Im endefekt weiß ja niemand in den Rängen wie es hätte sein sollen. Ich mag nur schlechte Qualität nicht, das betrifft das Styling oder wenn die Dresser etwas falsch herum anziehen. Sowas ärgert mich, aber es versaut mir nicht den Tag.

Ehrlich, sympathisch und mit dem gewissen Etwas hat sie uns Backstage überzeugt. Die anschließende Show wurde zum Haben-Wollen Moment. Über saftig roten Teppich wandeln Tweed Zweiteiler und Spitzenhängerchen, Glockenröcke in wallender Siede und Stickjersey. Wie angekündigt bekommen wir das ganze Feuerwerk von grob und sanft. Die Betonung liegt auf Taille und Beinen. Erdtöne, Mustermixe und Blumenranke schlängeln sich über die sinnlichen Körper. Die Kollektion wird untermalt von Liebe und auch die Models sehen zum verlieben aus. Wallende große Locken fallen über die Schultern und bringen Schwung auf den Catwalk.
Die Lena-Hoschek-Frau bleibt die nächster Herbst Winter Saison 2016/17 eine taffe Frau die auch den Smokers in den 40er und 50er in nichts nachgestanden wäre. Lena Hoschek verpackt die Frau in einer besonderen Hülle die jede einzelne in vollem Glanz erblühen lässt. Sie ist auf jeden Fall eine der Designerinnen die genau weiß wie sie mit dem Körper der Frau umzugehen hat.

Lena Hoschek Autumn Winter 2016/17 – “The Brits”

Autor: Laura Yasemin – Fotos: Mercedes-Benz Fashion

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