Mittwoch , 20 November 2019
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Marcel Ostertag im Interview – MOVING ON

Marcel Ostertag zeigt diese Saison zur Fashion Week Berlin im Januar 2015 nicht mehr im Zelt am Brandenburger Tor, sondern Offsite in einer industriellen Location. Am 20.01.2015 bricht für Marcel Ostertag eine neue Ära an: Fashionstreet Berlin hat sich mit ihm über diese Entscheidung, seine neue Kollektion und Zukunftspläne unterhalten. Ostertag schien entspannt & glücklich – durch den Umzug in die Heeresbäckerei hat sich für den Designer ein Fenster aufgetan, in dem er seiner Kreativität unabhängig und nach eigenen Spielregeln nachgehen kann.

FSB: Die Vorbereitungen für eine Fashionshow kosten viel Zeit und Energie – wie kommt ihr voran?

Marcel Ostertag: Glücklicherweise hatte ich noch keine schlaflosen Nächte: die Kollektion ist bis auf ein Teil fertig, das Shooting ist auch bereits im Kasten. Jetzt kommt eigentlich eher der administrative Aufwand: Gästemanagement, Presseakkreditierungen und so weiter. Ich telefoniere mehrmals am Tag mit meiner Presseagentur und meinem Management. Zudem zeige ich ja diese Saison erstmals Offsite, wir müssen uns also auch zusätzlich noch um Catering, Soundtechnik und den musikalischen Überraschungsgast etc. kümmern – für mich alles Neuland. Aber wir scheinen das gut hinzukriegen und sind alle gespannt!

FSB: Raus aus dem Zelt und rein in die Hallen der Heeresbäckerei: Was hat das für Gründe?

Marcel Ostertag: Ich habe ja als einer der Einzigen immer durchgehend im Zelt gezeigt, was auch sehr toll war!  Aber ich möchte mir für meine Mode und deren Präsentation in Zukunft mehr Zeit lassen können. So sehr ich die Seasons im Zelt genossen habe: Es gab schon sehr strenge Vorgaben was Sponsoren, Timing und so weiter angeht. Alles musste immer sehr schnell gehen, die Shows waren dicht aufeinander. Kaum war man drin, musste man schonwieder raus. Ich würde diese Erfahrung keinesfalls missen wollen, ich habe im Zelt viel gelernt. Aber in Zukunft möchte ich die Sache etwas stressfreier angehen können. Mit meinen Partnern, mit meiner Crew, unter meinen Bedingungen und unter meinem Zeitmanagement.

FSB: Hat die Location dich auch in der Entwicklung der Kollektion inspiriert?

Marcel Ostertag: Aber genauso wie ich mich weiterentwickle, verändern sich auch meine Kollektionen. Die AW15 Kollektion ist anders als meine bisherigen Sachen, deswegen wollte ich das auch in der Inszenierung und somit in der Location zeigen. Da bietet sich die Heeresbäckerei einfach an: das Gebäude hat eine wahnsinnige Präsenz und Atmosphäre. Die hohen Decken und gewaltigen Räume finde ich sehr beeindruckend – man fühlt sich darin fast wie ein Zwerg. Einfach gigantisch, die perfekte Atmosphäre für eine Runwayshow! Zudem können wir in der Heeresbäckerei auch das selbe Pensum an Gästen wie im Zelt unterbringen, was auch ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung war. Und wir können nach der Show noch in der Location feiern!

FSB: Du hast vorhin erwähnt, das deine AW15 Kollektion anders wird als deine bisherigen. Wie hat sie sich weiterentwickelt – und dürfen wir uns trotzdem auf classic-rock Soundtrack von Queen und David Bowie freuen?

Marcel Ostertag: Das wird eine Überraschung – die Show ist auch etwas länger, deswegen werden ganz viele verschiedene Tracks dabei sein. Soviel mal zur Musik…mehr möchte ich noch nicht verraten, es gibt ja auch noch Live-Auftritte! Zur Kollektion würde ich sagen, dass ich etwas erwachsener geworden bin…die Pubertät ist definitiv vorbei! Wir haben viele neue Schnitte verwendet und zwei Prints selber entwickelt. Das Thema der Kollektion ist ja „Lava“ – passend dazu haben wir einen Print von fließender Lava und einer von einem ausbrechenden Vulkan auf Crêpe de Chine gedruckt – davon bin ich selbst auch wahnsinnig begeistert! Ich bin sehr gespannt wie das ankommt…einigen ausgewählten Kundinnen habe ich bestimmte Teile im Voraus präsentiert, da war die Resonanz schon mal sehr gut!

FSB: Denkst du, dass deine Shows auch in Zukunft Offsite sein werden?

Marcel Ostertag: Das entscheide ich nach der Show. Ich möchte das alles auf mich wirken lassen und höre auch auf die Reaktionen der Gäste. Jetzt kann ich mir auch die Zeit nehmen, mit meinen Gästen zu feiern! Auf jeden Fall freue ich mich darauf, meine AW15 Kollektion diese Saison in einem großen, persönlichen und individuellem Rahmen präsentieren zu können.

Autor: Jonas – Foto: seen by frank lübke/Marcel Ostertag

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