METAMORPHOSIS “dialogues about change” ist die dreitägige Dialogreihe zum Thema Nachhaltigkeit im Rahmen der Berlin Fashion Week. Dieses Jahr findet die fünfte Edition der Veranstaltung vom Fashion Council Germany im AMANO East Side Hotel statt. Am 3. Juli 2026 sprachen Kirsten Siegler, Katarina Bilogav und Barbara Wybacz über neue EU-Verordnungen und wie kleine und große Unternehmen am besten damit umgehen und wo die Herausforderungen liegen.
Tag 1: The Rules. The Reality. From Policy to Practice
Die Moderatorin des Interviews “The Rules. The Reality. From Policy to Practice” war Kirsten Siegler, Geschäftsführerin und Mitgründerin von vbc, einer Beratungsagentur, die Marken dabei unterstützt, Nachhaltigkeits-Strategien zu entwickeln. Katarina Biloglav ist Public Affairs Manager bei Policy Hub. In Brüssel arbeitet sie an EU-Richtlinien zu Abfallgesetzten, Kennzeichnung und Transparenz bei Bekleidungs- und Schuhunternehmen. Barbara Wybacz von Play Sustain arbeitet mit Marken und Konsumenten an der Aufklärung beim Thema Nachhaltigkeit und Zirkularität.
EU-Richtlinien zur großflächigen Umsetzung nachhaltiger Praxis
In den vergangenen Jahren haben Marken bereits versucht individuelle Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln, diese konnten aber nie großflächig umgesetzt werden. Deshalb kommen nun offzielle EU-Richtlinien ins Spiel. Laut Katarina ist ein großes Problem, dass nur 30% textiler Abfälle wiederverwertet werden. Die EU möchte in den verschiedenen Phasen des Lebenszyklus der Produkte eingreifen, zum Beispiel bei nachhaltigem Design. Außerdem sollen Produzenten ab 2028 finanziell mitverantwortlich für textile Abfälle nach dem Kauf ihrer Produkte gemacht werden. Unternehmen sollen finanziell belohnt und bestraft werden, abhängig von der Nachhaltigkeit ihrer Produkte.
Finanzielle Herausforderungen für kleine Marken
Barbara betont, dass die Regulationen den Konsumenten dienen, da sie höhere Qualitätsstandards bei den Produkten sichern. Trotzdem müssen Konsumenten besser informiert werden. Besonders kleinere Marken sorgen sich um die finanzielle Herausforderung bei neuen Richtlinien, deshalb appeliert sie an die EU, diese besonders nachhaltigen Unternehmen zu unterstützen. Gerade sie haben häufig Ambitionen nachhaltig zu arbeiten.
Ein langer Weg zu präzisen Gesetzen
Eine der größten Herausforderungen sind fehlende Daten. Um sinnvolle Richtlinien zu entschließen, muss sich die EU auf klare Informationen stützen. Besonders große Unternehmen müssen in großem Maßstab Qualität und Resilienz verschiedener Kleidungsstücke prüfen. In den neuen Gesetzen müssen diese Ergebnisse speziell angewendet werden. Katarina nennt das Beispiel der Regenjacke, an die andere Anforderungen gelten als an ein T-Shirt.
Das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen
Das Vertrauen der Konsumenten wieder aufzubauen ist auch ein notwendiger Schritt, deshalb ist Transparenz so wichtig. Trotzdem darf man sie nicht mit Information überladen. Die richtige Balance ist hier der Schlüssel. All diese Prozesse werden Zeit in Anspruch nehmen, doch trotz einiger Verzögerungen, versichert Katarina, dass die Veränderungen stattfinden werden.
Autorin: Maya Zieger – Fotos: Celine Witon
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.