Freitag , 19 Juli 2019
„Back to Nature“-Bewegung zu wissen gibt

Modisch geerdet: Was es über die „Back to Nature“-Bewegung zu wissen gibt

Modisch zurück zur Natur: Mit diesem Konzept befasst sich der „Back to Nature“-Trend. Die Entwicklungstendenz im Hinblick auf die Kleidung hat wenig mit alten Stoffen oder Einsiedlerdasein zu tun. Vielmehr geht es darum, der Reizüberflutung der Mode- und Beautybranche Grenzen aufzuzeigen. Statt übertriebenem Überfluss-Konsum setzen sich die „back to nature“-Idole für romantische, frische und einfache Stoffe ein. Die Idee an sich mag nicht neu sein – doch erlebt sie derzeit ein modisches Revival.

Industrialisierung auf dem Land ebnete den Weg der Bewegung

Die ersten Schritte zur „Back to Nature“-Bewegung begannen bereits Anfang des19. Jahrhunderts. Zu einer Zeit, als sich die Menschen aus dem hektischen Treiben der industrialisierten Fabriken loslösten. Sie kultivierten das kleinbürgerliche Leben in der Biedermeier-Zeit auf dem Land. Nicht viel später zog die Bekleidung nach: Höhere Schichten kleideten sich (wieder) zurückhaltender in Reifrock und Korsetts. Damit einher gingen voluminöse, verspielteKeulenärmel“, die nicht selten beim Klavier spielen hinderlich waren. Neben den aufgebauschten Kleidern galten gemusterte Stoffe – Blumen, Karos oder Streifen – als unentbehrliche Motive.

Wenngleich sich die Menschen ihrer Vorbildfunktion nicht bewusst waren: Mit ihren eigenwilligen Kreationeninspirierten sie etliche Star-Designer. Noch heute präsentieren prominente Modemacher wie der Designer Simon Jacquemus, Lutz Huelle oder Marina Hoermanseder stolz die aufgebauschten Ärmel. Auch auf den Laufstegen der bevorstehenden Berliner Fashion Week wollen die Models auf hochgeschlossene Ärmel und NaturMusterungen nicht verzichten.

Von damals zu heute: Bodenständige Mode aus der Fashionwelt nicht mehr wegzudenken

In puncto Stilbewusstsein erfolgte in den letzten Jahren zunehmend ein Umdenken. Mit gutem Beispiel gingen hier größere Unternehmen aus der Beauty- und Wellnessbranche voran: Sie bewegten sich von schweren, übersättigten Produkten zu natürlichen, unaufdringlichen Düften hin, welche auch im Rahmen der Fashionweek immer öfter im Mittelpunkt stehen. Qualität statt Quantität gilt für die eleganten Produkte, deren Kompositionen Erinnerungen an vergangene Zeiten wachrufen. Ein Beispiel für einen solch eleganten Duft ist das Parfüm von Creed, wie uns die Duftexperten von Parfumdreams verraten haben. Creed schafft es, die zart-frische Sehnsucht und ein Stückchen idyllische Harmonie immer bei sich zu haben. Ähnlich wie die Parfümeure, welche naturbelassene Düfte wie Sandelholz und Weihrauch in den Fokus rücken, tickt die „Back to Nature“-Bewegung.

Von Strohhüten bis IT-Bags: Der Fantasie sind keine (modischen) Grenzen auferlegt

Wer jetzt von langweiliger, spießiger Mode ausgeht, irrt: Die heutige Garderobe setzt anstelle von üppigen Röcken lieber auf knappe Höschenoder Strohdetails. Erlaubt ist, was gefällt und vor allem, was zurückhaltend und entspannt erscheint. Hippiekleider und Strohhüte vermitteln eine bestimmte Message, die besagt:  Schönheitswahn ist vergänglich, es sind geerdete Stoffe, die bleiben.

Sanfte Weiß-, Blau- und Beigetöne bestimmen die modischen „Back to Nature“-Looks

Für die Sehnsucht nach dem Ursprünglichen sprechen neben den unaufgeregten Schnittentraditionelle Erdtöne. In der Farbpalette bilden Weiß, Beige, Braun und zarte Blautöne die Grundlage des bodenständigen Looks. Farbtechnische Experimente bleiben hier somit aus. An ihrer statt treten gewollte Ton-in-Ton-Schichten, die zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Gemeinsam mit natürlichen Fasern wie Leinen oder Baumwolle ergeben die Farben ein stimmiges Gesamtbild.

Im Sommer kommt den ausgleichenden Fasern eine kühlende Rolle zu. Sie avancieren somit vom individuellen Freizeitoutfit zu praktischen Office-Looks. Der einzige Nachteil besteht darin, dass die reißfesten Naturstoffe äußerst knitteranfällig sind. Ihre robuste Struktur macht das Bügeln jedoch überflüssig. Vielmehr stellen selbstbewusste Models die Falten – wie es im Fachjargon heißt – als „Edelknitter“ zur Schau. Ebenso angesagt ist die Kombination aus Holz und Leder. Allerdings erfreuen sich auch Bambus-Stoffe und andere nachhaltige Materialien großer Beliebtheit. Ein weiteres natürliches Material, das einst in der Modewelt kaum Beachtung fand, blüht nun auf: Das auf Wissen.de vorgestellte Loden bringt dank seiner goldbraunen Färbung klassische Elemente und moderne Eleganz zusammen.

„Back to Nature“-Bewegung zu wissen gibt
Einfache Schnitte und Stoffe erfüllen die  Sehnsucht nach einem entspannten Gegengewicht zum Überladenen.

Romantische Outfits haben einen festen Platz in der „Back to nature“-Garderobe

Hand in Hand mit den natürlichen Fasern gehen die romantischen, verspielten Schnitte. Das Stilmittel erster Wahl sind Muster mit Naturmotiven. Sie bilden einen unübersehbaren Kontrast zu den oftmals auf Laufstegen präsentierten lasziven Ausschnitten und überproportionierten Kombinationen. Stattdessen setzt die Bewegung auf gut geschnittene, luftige Einzelstücke. Kirschenprints und Bienenbilder sind ebenso gern gesehen wie Bäume oder Pflanzen.

Blusen und Chino-Hosen als „Basic“-Stücke der natürlichen Modebewegung

Im Alltag begleiten lässige und unkomplizierte helle Blusen die modische Stilrichtung. Als Bekleidung für die untere Körperhälfte ersetzen die atmungsaktiven Chinos die ansonsten schweren Jeans. Als atmungsaktive Baumwollmischungen bringen die sommerlichen Hosen einen natürlichen Verlauf mit. Richtig zur Geltung kommt die zeitlose Baumwollhose als gekürzte Variante, welche die Knöchel unbedeckt lässt. Bei den luftig-lockeren Blusen darf es verspielt zugehen. Volants und Rüschen finden sich vereinzelt wieder, sofern sie dezent bleiben.

Accessoires verleihen dem Outfit seine natürliche Kraft

Wie kaum eine andere Fashion-Bewegung lebt der „all nature“-Look von kraftspendenden Accessoires. Goldene Perlen und Ketten umgeben die weiß-braunen Häkelkleider, die in der Sonne schimmern. Selbst vor den sonst klobigen IT-Bags macht die Bewegung nicht Halt.

Grüne Farbe liefert modische Inspiration

Nicht nur die vom Lexikon der Nachhaltigkeit vorgestellten fairen Modelabels verbinden die Natur symbolisch mit der Farbe Grün. Diese taucht selbstredend auch gemäß der „Back to Nature“-Stilrichtung in allen erdenklichen Nuancen auf den Catwalks auf. Oliv- und grasgrüne Kleidungsstücke gelten als ideale „Mitspieler“ zu Schwarz, Bordeauxrot, Cognac-

Braun oder Weiß. Sie stehen damit im eindrucksvollen Kontrast zu der von Experten prognostizierten „Influencer“-Farbe „Slim Green“.

Gekonnte Lässigkeit im „Back to Nature“-Look nicht vergessen

Wenngleich die Stilbewegung vergleichsweise unauffällig erscheinen mag: Ihre Lässigkeit drückt sie dem Betrachter unmissverständlich auf. Die verspielten, dezenten Motive und Muster werden durch lässige Tragestile aufgewertet. Das Geheimnis der Bewegung besteht in der perfekt unaufdringlich ausgedrückten Weiblichkeit. Wenngleich der branchenverbreitete Maximalismus abgelehnt wird – die feminine Seite findet in der „Back to Nature“-Bewegung dennoch ein modisches Sprachrohr. Wenn auch auf schlichte Weise betonen eng umschlungene Gürtel oder Statement-Ketten die legeren Oversize-Schnitte.

Back to Nature-Trend als modische Zukunft?

Gänzlich aussterben wird die „Back to Nature“-Bewegung in der Modewelt möglicherweise nie. Allein aus dem Grund, da sie wunderbar kombinierbare Basics bereithält. Designer und Kreativschaffende aus aller Welt wissen um die einzigartige Bodenständigkeit heller und natürlicher Farben und Materialien. Somit sind grobstrukturierte Stoffe, ursprüngliche Fasern und gedeckt-romantische Farbtöne jährlich neu auf den Laufstegen zu bewundern.

Autor: fsb – Fotos: fotolia.com/Alena Ozerova

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