HTW Berlin SS26 Berlin Fashion Week SS26 - NEO Fashion Graduate Shows

NEO Fashion Graduate Shows – HTW Berlin – Berlin Fashion Week SS26

Am Abend des 2. Juli 2025 wurde der Atrium Tower am Potsdamer Platz zum Laufsteg für die vielversprechendsten Talente des Studiengangs Modedesign der HTW Berlin. Im Rahmen der Neo.Fashion präsentierten zehn Absolventen ihre Abschlusskollektionen, begleitet von einer aufwendigen Inszenierung, klarem Lichtkonzept und hochkonzentriertem Publikum. Die Show setzte auf klare Dramaturgie, ein hochwertiges Setting und ein diverses Modelcasting, also der perfekte Rahmen, um neue Perspektiven auf Modedesign sichtbar zu machen.

Zwischen Materialstudien, Utopien und Körperpolitik

Den Auftakt machte Aniane Klink mit ihrer Kollektion Content, die Körperlichkeit, Schnittführung und Dekonstruktion auf poetische Weise verband. Drapierte Silhouetten und unerwartete Asymmetrien wurden von minimalistischer Farbgebung begleitet. Chi Kien Bui (Beyond Boundaries) zeigte organisch strukturierte Prints und technisch-präzise Schnitte, die zwischen Sportswear und Tailoring changierten. Besonders eindrucksvoll: eine Bomberjacke mit marmoriertem Lilaton, kombiniert mit scharf geschnittenen weißen Hosen. Elisabeth Bauer thematisierte in ihrer Kollektion ebenfalls Grenzen – visuell übersetzt durch Layering, fließende Textilien und Digitaldrucke, die sich über die Silhouetten zogen. Franziska Link (ANTAR) spielte mit Transparenz und fragmentierten Linien. Ihre Designs wirkten fast kalligrafisch wie Bewegung, die eingefroren wurde. Feine Stoffbahnen umspielten den Körper wie Zeichnungen im Raum. Isabella Rueth (Natural Superior) präsentierte weich strukturierte Looks in Off-White-Nuancen. Die Kombination aus grobem Strick, gepolsterten Elementen und raffiniertem Layering verlieh der Kollektion organische Stärke.

Von Konzeptkunst bis Nostalgie-Futurismus

Besonders auffällig war Paul Klasmeiers Kollektion unter de Titel Fast-paced Nostalgia: metallische Verbindungen, futuristische Silhouetten, die wie tragbare Skulpturen wirkten und dennoch tragbar blieben. Ein Highlight war ein voluminöses Cape mit integriertem Licht-Element. Jos Borger (German Angst) ließ martialische Formen auf dystopische Romantik treffen. Dunkle Stoffe, Layering, verdeckte Körper. Eine Kollektion wie ein Schutzschild, die sich dennoch verwundbar zeigt. Lucie Albert (Erbkäfig) kombinierte abstrakte Farbspektren mit figurnaher Silhouette und flauschigen Overknee-Boots und schaffte so ein visuelles Spiel zwischen digitalem Farbrausch und Haptik. Melanie Parzenczewski (LaLegacy) präsentierte raffinierte Transparenz in Schwarz: Spitze, Cut-Outs und feinster Tüll wirkten wie eine Hommage an femininen Widerstand und Verführung zugleich. Außerdem zeigte Meriska Aurelia Supermann (Homo Digitalis) eine düster-glamouröse Zukunftsvision. Ihre Looks in Rot und Schwarz verbanden Gothic-Referenzen mit Ironie. Zwischen digitalen Screens, Publikum auf Augenhöhe und konzentrierter Atmosphäre zeigte sich, wie viel Innovationskraft und ästhetische Relevanz im Berliner Nachwuchs steckt.

Autorin: Aaliyah – Fotos: GEROME DEFRANCE

NEO Fashion Graduate Shows – HTW Berlin SS26 Impressionen

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