RAUM.Berlin Spring Summer 2026 - Day 2 – Kasia Kucharska, Lado Bokuchava, Jisoo Baik - Berlin Fashion Week

RAUM.Berlin – Day 2 – BFW SS26 – Kasia Kucharska, Lado Bokuchava, Jisoo Baik

Am zweiten Tag von RAUM.Berlin im Rahmen der Berlin Fashion Week präsentierten drei progressive Labels ihre Kollektionen im Ausstellungsformat: Kasia Kucharska, Lado Bokuchava und Jisoo Baik. Die ausgewählten Designs wurden in der offenen Galeriefläche auf Puppen inszeniert und ermöglichten den Besuchern einen unmittelbaren Zugang zur Handwerkskunst, den Materialien und Konzepten der Labels. Die offenen Galerieräume boten ein unmittelbares Erleben der Designs, die zwischen High Fashion, Materialforschung und experimenteller Körperästhetik changierten.

Kasia Kucharska – RAUM.Berlin – Day 2 

Die Berliner Designerin Kasia Kucharska beschäftigt sich mit der technischen und konzeptuellen Zukunft von Mode. Ihre Entwürfe entstehen nicht durch klassisches Nähen, sondern durch innovative Druckverfahren, die das Textil direkt in Form bringen. Gezeigt wurden körpernahe Looks, deren Struktur an digital erzeugte Körperpanzer erinnerte: verspielt, technisch, avantgardistisch. Voluminöse Drapierungen, organische Texturen und ein fast wissenschaftlicher Zugang zur Herstellung standen im Fokus. Dabei hinterfragt Kucharska nicht nur Herstellungsprozesse, sondern auch gesellschaftliche Schönheitsideale und Vorstellungen von Sexiness, ohne plakativ zu sein. Kleidung wird bei ihr zum Medium der Forschung.

Lado Bokuchava

Die Looks des georgischen Designers Lado Bokuchava kombinierten Tailoring mit Subversion. Urbaner Chic trifft auf queer-feministische Referenzen, etwa in Form von Statements wie „Designer Pussy“ oder „2025€“, plakativ auf Shirts und Slips gedruckt. Seine Kollektion oszillierte zwischen figurbetonten Pieces, Cut-Outs und dekorativen Ketten- und Schnürdetails, die sowohl Fetischästhetik als auch politische Botschaft transportierten. Bokuchava spielt mit der Idee von Kleidung als Ausdruck von Haltung, dabei nie rein dekorativ, sondern klar positioniert. Seine Designs verbinden klassische Elemente mit clubkultureller Energie und setzen neue Maßstäbe für Körperinszenierung jenseits binärer Konventionen.

Jisoo Baik

Jisoo Baiks Kollektion „Soft Armor“ wirkte wie eine stille Studie über Körper, Raum und Wahrnehmung. Die in Paris ansässige Designerin versteht Silhouette als wandelbare Hülle. Inspiriert von vintage Mannequins, spekulativer Anatomie und skulpturaler Bewegung entstanden abstrakte, fließende Formen, die wie weiche Rüstungen wirkten. Transparente Lagen, asymmetrische Drapierungen und verzerrte Proportionen verwandelten den Körper in ein fluide Objekt, irgendwo zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit. Baiks Arbeiten sind präzise und poetisch zugleich: radikale Schönheit, die sich nicht an äußere Normen, sondern an emotionale Wirkung orientiert.

Autorin: Aaliyah Netnakhon – Fotos: Celine Witon

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