Tosender Applaus hallte über das geschichtsträchtige Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Wenn eine Berliner Brand wie Sample030 lädt, wird es rau, authentisch und lokal. Für ihre Kollaboration mit easycosmetic wählte das Label einen Ort, der wie kaum ein anderer für die Zerrissenheit und den ständigen Wandel Berlins steht: Das monumentale, denkmalgeschützte Gebäude aus den 1930er-Jahren traf heute auf die junge, pulsierende Berliner Modeszene.
Die Kulisse: Wo Geschichte auf die Modewelt von Sample030 trifft
Die Location war perfekt organisiert. Das junge Publikum versammelte sich auf dem überdachten Vorfeld des Flughafens. Während des Seatings sorgten entspannte Deep-House- und Elektro-Beats für die passende Pre-Show-Atmosphäre. Der Runway selbst war ein echtes Highlight. Halb überdacht von der gigantischen, freitragenden Stahlkonstruktion des Flughafendachs, halb offen unter dem Berliner Himmel. Die Sitzplätze waren in gut strukturierte Blöcke aufgeteilt, sodass jeder Gast eine optimale Sicht auf das Geschehen hatte.
Die Show: Harte Beats und urbane Inszenierung
Mit dem Wechsel der Musik zu satten Hip-Hop Beats stieg die Spannung. Die Inszenierung spiegelte den rauen Geist der Stadt wider. Die ersten Models betraten den Runway nicht einfach, sie fuhren auf Mountainbikes hinein. Die Models bewegten sich mit einem unnahbaren, fast schon gruseligen Pokerface und extrem geradlinigen Walks über den Asphalt. Ihre Blicke waren starr und perfekt abgestimmt auf die edgy Ästhetik der Kollektion. Ein besonders cooler Effekt waren die großen Flughafenfenster. Durch diese konnte man die Umrisse der Models bereits sehen, bevor sie die Treppen hinunter auf den Runway traten.
Die Kollektion: Dekonstruktion und Streetwear-Art
Sample030 lieferte genau das, was die Berliner Streetwear-Kultur ausmacht. Mut zur Lücke, rohe Kunst und unerwartete Kombinationen. Der Street-Art Einfluss war unübersehbar. Besonders im Gedächtnis blieben die ikonischen Timberlands, die rough mit Graffiti besprüht waren. Materialien wie Leder und Denim dominierten den Laufsteg. Die Kollektion spielte mit dekonstruierten Elementen, wie einem Mantel, dessen Kragen wie das Bündchen und der Gürtel einer klassischen Jeans designt war. Auch der Lagenlook aus Kleid über Hose zeigte den progressiven Styling Ansatz.
Neben den für Berlin typischen, dunklen Tönen blitzten immer wieder futuristische Highlights auf. Der absolute Blickfang war ein silberner Chrom-Metallic Rock, der durch neonpinke Kontrastnähte gebrochen wurde. Dazu tauchten immer wieder spannende Accessoires auf, wie avantgardistische Kappen aus Haaren.
Das Finale: Ein Blick hinter die Kulissen
Nach dem tosenden Applaus der geladenen Gäste löste sich die starre Fassade der Show sofort auf. Wer den Blick nach oben zum Backstage Bereich hinter den Fenstern richtete, konnte einen wunderbar authentischen Moment miterleben. Die Erleichterung und Freude der Models. Sie fielen sich in die Arme, jubelten und applaudierten sich gegenseitig. Ein schöner, emotionaler Kontrast zu den strengen Looks auf dem Runway.
Sample030 und easycosmetics haben bewiesen, dass Mode in Berlin keine glattgebügelte Kulisse braucht. Sie braucht Charakter, Geschichte und eine gehörige Portion Attitüde. Tempelhof war dafür heute der perfekte Runway.
Autor: Emma Discher- Fotos: Boris Marberg































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