SELVA HUYGENS und Brooklyn Fitboxing präsentierten am 9. Mai 2026 in Berlin-Charlottenburg eine kollaborative Capsule Collection, die ausrangierte Boxhandschuhe, Bandagen, Handtücher, Trainingsmaterialien und Lost-and-Found-Fundstücke aus Berliner Brooklyn-Fitboxing-Studios in skulpturale Mode verwandelte. Das Launch-Event im Brooklyn Fitboxing Charlottenburg in der Kantstraße 38 verband Fashion Show, geführtes Workout, Performance und Open Showroom zu einem hybriden Format zwischen nachhaltiger Avantgarde und körperlicher Bewegung. Im Mittelpunkt standen neun Outfits, die Circular Design nicht nur erklärten, sondern unmittelbar sichtbar machten.
Eine Capsule Collection aus Boxhandschuhen, Bandagen und Studio-Fundstücken
Unter einer Capsule Collection versteht man eine konzentrierte, kuratierte Kollektion mit klarer gestalterischer Idee. Bei SELVA HUYGENS x Brooklyn Fitboxing Berlin war diese Idee besonders präzise: Materialien, die im Fitnessalltag verbraucht, vergessen oder aussortiert werden, erhielten ein zweites Leben als Wearable Art. Aus schwarzen Boxhandschuhen mit gelben Details entstanden Korsagen, Schulterpanzer, Röcke, Taschen, Kragen und skulpturale Applikationen. Handwraps, Handtücher und Studio-Textilien wurden nicht versteckt, sondern als sichtbare Spuren von Bewegung, Schweiß, Disziplin und Wiederholung inszeniert.

Das Event fand von 16:00 bis 18:00 Uhr in einem bewusst aktivierten Studio-Setting statt. Gäste nahmen zunächst an einem geführten Warm-up mit Brooklyn-Fitboxing-Trainern teil und lernten Basics aus Boxing und Kickboxing kennen. Danach folgte die Präsentation der SLVA × Brooklyn Capsule Collection, ergänzt durch eine Live-Dance-Performance von Brooklyn-Trainerin und Choreografin Ksenia Sergeeva. Im Open Showroom konnten ausgewählte Pieces exklusiv erlebt und erworben werden; interaktive Training-Contest-Runden und Drinks von Kindly Drinks und BRAINEFFECT erweiterten den Launch zur Community Activation.
SELVA HUYGENS: Berliner Avantgarde zwischen Brutalismus und Circular Design
SELVA HUYGENS steht für nachhaltige Mode, die nicht nach leiser Zurückhaltung sucht, sondern nach maximaler Sichtbarkeit. Die Berliner Brand verbindet brutalistisches Design mit innovativer Materialwiederverwendung und arbeitet mit ausrangierten, industriellen oder gefundenen Materialien. Statt Upcycling als dekoratives Detail zu nutzen, macht SELVA HUYGENS den Transformationsprozess zum ästhetischen Kern. Nähte, Gurte, Reißverschlüsse, Metallteile und Gebrauchsspuren bleiben lesbar. Genau darin liegt die Stärke der Marke: Abfall wird nicht geglättet, sondern zur Geschichte des Kleidungsstücks.
Im Kontext dieser Kooperation verschiebt SELVA HUYGENS den Begriff nachhaltige Mode in Richtung Performance. Die Kollektion erzählt nicht nur von Ressourcenschonung, sondern von Energie, Widerstand, Körperkontrolle und urbaner Härte. Die Boxhandschuhe wirken wie Rüstungsteile, die gelb-schwarbe Farbwelt zitiert direkt die visuelle Identität von Brooklyn Fitboxing, während die Silhouetten zwischen Sportequipment, Clubwear, Couture und dystopischer Skulptur pendeln. So entsteht Avantgarde Fashion Berlin mit klarer Haltung: funktional, roh, körpernah und bewusst unkonventionell.
Brooklyn Fitboxing: Fitness, Rhythmus und Community als Materialquelle
Brooklyn Fitboxing ist ein kontaktloses High-Intensity-Workout-Konzept, das Box- und Kickbox-Techniken mit Functional Strength Training kombiniert. Anders als im klassischen Boxsport kämpfen die Teilnehmenden nicht gegeneinander, sondern trainieren rhythmisch am Boxsack. In Berlin ist Brooklyn Fitboxing mit mehreren Studios aktiv, darunter der Standort Charlottenburg in der Kantstraße. Gerade dieser Studiokontext macht die Kooperation spannend: Trainingsmaterialien, die normalerweise nach intensiver Nutzung ersetzt würden, wurden nicht entsorgt, sondern in ein zirkuläres Designprojekt überführt.
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Während Gäste bei Brooklyn Fitboxing Handschuhe und Bandagen erhalten, die gereinigt und wiederverwendet werden, entstehen mit der Zeit dennoch verschlissene Stücke. Hinzu kommen Lost-and-Found-Objekte, die in den Studios zurückbleiben. Bei vier Berliner Brooklyn-Fitboxing-Standorten sammeln sich solche Materialien regelmäßig an. Für das gemeinsame Projekt wurden sie an das Studio von SELVA HUYGENS übergeben, dort dekonstruiert, neu zusammengesetzt und in limitierte Fashion Pieces verwandelt. Aus Fitness-Routine wurde so ein Kreislauf aus Nutzung, Erinnerung und Neuerfindung.
Die neun Looks: Sportequipment wird zu skulpturaler Mode
Die Fashion Show zeigte neun Outfits, die das Spannungsfeld zwischen Training, Schutz und Verwandlung konsequent ausloteten. Ein schwarzer Look aus zusammengesetzten Boxhandschuhen wirkte wie eine futuristische Rüstung: Schultern, Taille und Brustpartie wurden durch gepolsterte Handschuhformen modelliert, während gelbe Kontrastnähte die Konstruktion betonten. Ein weiterer Look übersetzte das Brooklyn-Gelb in ein drapiertes, asymmetrisches Kleid, dessen fließender Stoff durch schwarze Kanten und sportliche Gurtdetails gebrochen wurde.
Besonders stark war die Wiederholung der Handschuhmodule als serielles Designelement. Mal formten sie eine Weste, mal einen Minirock, mal ein Bustier, mal eine Tasche. Ein schwarzes Kleid aus vielfach zusammengesetzten Handschuhsegmenten brachte die Idee des Boxrings direkt auf den Körper; ein gelbes Top mit Handschuh-Cups und ein kurzer Rock aus gepolsterten Elementen wirkten wie eine provokante Mischung aus Athleisure, Kampfpose und Club-Ästhetik. Daneben setzten reduzierte schwarze Looks mit Bandagen, asymmetrischen Drapierungen und glänzenden Boots einen ruhigeren, aber ebenso urbanen Gegenpol.
Der stärkste visuelle Moment lag im Headpiece-Look: Handschuhe, Schläuche und gelbe Linien formten eine fast zeremonielle Kopfbedeckung, während ein langes, vertikal aufgebautes Kleid aus Boxhandschuhen den Körper wie eine modulare Schutzschicht umgab. Hier wurde besonders deutlich, wie SELVA HUYGENS den Begriff Wearable Art versteht. Die Pieces sind nicht einfach Kleidung aus recyceltem Material, sondern Objekte mit eigener Präsenz. Sie sprechen von Kraft, Abnutzung, Training und Transformation.
Fashion und Movement als gemeinsames Statement
Das Launch-Event funktionierte, weil es die Materialien an ihren Ursprung zurückführte. Die Kollektion wurde nicht in einem neutralen Showroom gezeigt, sondern dort, wo ihre Ausgangsstoffe entstanden sind: im Fitnessstudio. Dadurch entstand eine direkte Verbindung zwischen Körper und Objekt, zwischen Workout und Runway, zwischen Community und Designprozess. Die Gäste sahen nicht nur Mode, sondern konnten die Energie des Brooklyn-Fitboxing-Konzepts körperlich nachvollziehen.
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Mit der Kooperation setzen SELVA HUYGENS und Brooklyn Fitboxing ein präzises Zeichen für Circular Design in Berlin. Die Capsule Collection zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig leise, natürlich oder minimalistisch aussehen muss. Sie kann laut sein, schwarz-gelb, gepolstert, glänzend, kantig und performativ. Genau darin liegt die Aktualität dieses Projekts: Es verbindet Upcycling Fashion, Fitnesskultur und Berliner Avantgarde zu einem Format, das über klassische Markenkooperationen hinausgeht.
Autor: Frances – Fotos: KOWA-Berlin









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