Mit ZEROW – Fashion Beyond Waste, hosted by STUDIO183, positioniert sich das Event als alternativer Einstieg in die Berlin Fashion Week. Anders als ein klassischer Showroom versteht sich ZEROW als offenes, lebendiges Format: ein Raum, der Austausch ermöglicht, Prozesse sichtbar macht und nachhaltige Mode in ihrer Vielfalt präsentiert. Internationale Designerinnen stehen im Mittelpunkt, begleitet von einer entspannten, studioartigen Atmosphäre mit zahlreichen Kleiderstangen, präsenten Entwürfen und Gesprächen auf Augenhöhe.
Die gezeigten Arbeiten reichen von filigranen, leichten Stoffen bis hin zu schweren, großformatigen, abstrakt-skulpturalen Lederpieces. Diese Vielfalt prägt das Event spürbar: Materialien, Texturen und Formen stehen gleichberechtigt nebeneinander, ergänzt durch eine breite Auswahl an Accessoires, steifen Stoffmustern und Schuhdesigns. ZEROW wirkt dadurch weniger kuratiert im klassischen Sinne, sondern bewusst offen – als Plattform, die unterschiedliche Handschriften nebeneinander sichtbar macht.
MARIA CHANY und lebendige Präsentation im Raum
Besonders herausstechend war die Präsenz von Live-Models, die ausgewählte Pieces direkt im Raum trugen. Thom Kars und Freya Sternke bewegten sich in Designs von MARIA CHANY durch das Event und verliehen den Entwürfen eine unmittelbare, körperliche Dimension. Die Kollektion von MARIA CHANY beschäftigt sich mit Transformation als universellem Prinzip – von der Metamorphose natürlicher Formen bis hin zu kosmischen Referenzen. Gegensätze wie Licht und Dunkelheit, organisch und abstrakt, Nähe und Distanz fließen dabei zusammen. Verarbeitet werden strukturgebende Stoffe, industrielle Abfälle und Deadstock-Materialien, die skulpturale Silhouetten ermöglichen.
Erweiterte Materialwelten innerhalb des ZEROW- Events
Ein gutes Beispiel hierfür sind die ausergewöhnlichen Häkelpieces von The Orchid Label. Feine Netzkonstruktionen, mit Strasssteinen besetzt, spielten mit Transparenz, und individueller Oberflächegestaltung, durch filigran eingearbeitete Häkelelemente. Einen kontrastierenden Schwerpunkt bildete Helena Stölting, die ein florales Lederkleid aus Deadstock-Leder zeigte. In ihrer Nectar Collection greift sie organische Wachstumsprozesse auf – von urzeitlicher Ursuppe über wuchernde Vegetation bis hin zum Kampf ums Überleben. Die Entwürfe bewegen sich zwischen Überfluss und Bedrohung, einer fast fiebrigen, kosmisch aufgeladenen Sinnlichkeit, in der Natur alles um sich herum zu verschlingen scheint.
Untermalt von leiser, ambienter Musik entstand eine ruhige, offene Stimmung – ein entschleunigter Einstieg in die Fashion Week, der weniger auf Spektakel setzt, dafür umso mehr auf Haltung, Austausch und Atmosphäre.
Autorin: Jette Jäger – Fotos: Jette Jäger
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