Montag , 26 Oktober 2020
Semikolon-Tattoo Freunde fürs Leben e.V.

Das Semikolon-Tattoo gegen den Suizid

Alles hat ein Ende. Jedes Lied, jeder Satz und leider auch das Leben. Mal ist es länger, mal kürzer. So ist das nun mal – was beginnt, muss auch enden. Der Einfluss darauf ist nur bedingt. Weder den Anfang kann man wählen, noch das Ende herauszögern. Verkürzen – ja, das ist möglich. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 10.000 Menschen durch Suizid und doch ist es immer noch ein Tabuthema. Diese Menschen treffen oft nach schweren Depressionen die Entscheidung, ihr Leben zu beenden. Sie beenden ihre Geschichte – setzen den allerletzten Punkt. 2013 hat die Amerikanerin Amy Bleuel nach dem Selbstmord ihres Vaters angefangen, das Ende bei Sätzen zu streichen. Und damit auch ein Zeichen für das Leben gesetzt: das Semikolon-Tattoo! Diese Kampagne geht unter die Haut, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist ein Schritt auf das Leben zu, gar wieder ins Leben hinein. Denn dieses besondere Tattoo hat eine wichtige Bedeutung: Es richtig sich gegen den Suizid. Statt das Leben – wie einen Satz mit einem Punkt – zu beenden, wird ein Semikolon gesetzt. Der Satz ist noch nicht zu Ende und das Leben geht weiter.

Mit der Semikolon-Kampagne soll weltweit Menschen mit Depressionen oder Selbstmordgedanken geholfen werden. Sie vereinen sich quasi zu einer Gemeinschaft und rufen sich mit dem Tattoo immer wieder ins Bewusstsein, dass ihre Geschichte noch nicht zu Ende erzählt ist. Das spendet nicht nur Hoffnung und Trost, sondern stellt natürlich auch das Leid der Betroffenen in den Fokus der Öffentlichkeit und dreht mächtig an der Toleranzschraube. Sie sind also endlich nicht mehr allein!

Nun mischt ebenso der Freunde fürs Leben e.V. bei der Kampagne mit und unterstützt sie mit einer weniger schmerzvollen Alternative zum echten Tattoo. In Zusammenarbeit mit dem Berliner Label FONRY gibt es nun auch nicht-permanente Tattoos mit dem Semikolon-Zeichen. Und das Beste: Der gesamte Erlös dieser Aktion wird für die Aufklärungsarbeit in den Bereichen Suizid und Depressionen bei jungen Menschen gespendet.

„Die Semikolon-Kampagne transportiert eine tolle Botschaft für mehr Toleranz und Aufklärung. Eine weit angelegte Kampagne im Zeichen der Suizidprävention ist schon lange überfällig.“, so Catharina Woitke von Freunde fürs Leben. Mit den nicht-permanten Tattoos kann sich die Kampagne jetzt noch viel stärker verbreiten und mehr Menschen ansprechen. So wird nicht nur das Tabuthema Suizid gebrochen, sondern auch immer mehr jungen Menschen ins Bewusstsein gerufen, dass sie ihre eigene Geschichte schreiben. Jeder hat die Wahl, wie sie aussieht. Der Beginn steht fest, doch das Ende ist für jeden offen.

Tattoos gibt es mittlerweile schon in sämtlichen Formen und besonders die goldenen Tattoos machen die Frauen momentan verrückt. Die Semikolon-Klebetattoos gibt es auf www.FONRY.de.

Autor: Louisa Markus – Foto: Freunde fürs Leben e. V.

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