Mittwoch , 16 Oktober 2019

Clara Kaesdorf – Pop up Village

Clara Kaesdorf, Jungdesignerin aus Berlin, zeigt in ihrem Pop up Store im Boulevard Berlin drei Monate lang ihre Interpretation von Mode. Wir haben sie zu einem Interview getroffen.

Interview mit Clara:

Hallo Clara, erzähle uns doch bitte wie du zur Mode gekommen bist und was für dich persönlich Mode bedeutet?Ich habe mich schon immer für Mode, Nähen und jegliche Art von Textilien interessiert. Doch es fiel mir schwer Kleidung zu finden, die genau meinen Vorstellungen von Tragekomfort, Individualität und Langlebigkeit entsprach. Nach meinem Modedesignstudium in Berlin und einiger Arbeitserfahrung in Antwerpen habe ich mich deshalb dazu entschieden, den Modemarkt um genau diese Produkte zu erweitern.

Ich habe von Anfang an nie in Frage gestellt, dass Mode eine persönliche Interpretation von Kunst ist, die der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird.

Zudem ist es mir ein Bedürfnis, Kleidung zu entwickeln, die eine Brücke zwischen Träger und Außenwelt bildet. Ich bin der Meinung, dass gerade auffällige Kleidungsstücke, wenn sie dem Charakter des Trägers entsprechen, die Qualität zur langen Nutzung besitzen. Wie ein Bild in der Kunst, das über Jahre Emotionen und Geschichten sammelt und so zum persönlichen Wertgegenstand wird.

Und deine Kollektion? Was zeichnet sie aus, was macht sie einzigartig?
In meiner Kollektion “Profi-sorium Ästhetik abseits des Perfektionsideals” habe ich mich mit dem in Berlin allgegenwärtigen Phänomen des DIY beschäftigt. Nach und nach bin ich so auf das Provisorium, welches vor allem in Krisensituationen gerne zum Lösen von Alltagsproblemen genutzt wird, gestoßen. Die von mir entwickelten Prints der Kollektion wirken deshalb wie spontane Buntstiftkrakeleien oder greifen Muster auf, die durch schlampiges Säubern einer Schiefertafel entstanden sein könnten. Eine Verbindung zu den Mänteln und Jacken wird durch das Aufgreifen der wollenen Webstruktur im Print erreicht.

In Accessoires wie Taschen und Gürtel wird das Prinzip des Provisoriums durch Spiralfedern, die sich durch Leder winden, aufgegriffen. Die Träger und Vordertaschen können vom Kunden spontan zusammengestellt werden und sind in Position und Länge veränderbar. Da Provisorien aus eigener Erfahrung die Gegenstände sind, die letztendlich am längsten genutzt werden, erhoffe ich mir, dieses Phänomen auch für die Mode zu erreichen.

Die Materialien von „Clara Kaesdorf“ sollen optisch und haptisch den Kunden vollkommen überzeugen. Edle, flauschige Wollqualitäten werden kombiniert mit glänzender Seide und fester Baumwolle. Gedruckt wird auf Baumwolle und Leinenmischungen. Die Digitaldrucke können auf Kundenwunsch auch auf biologischen Materialien erfolgen.

Die Farben sind warm und natürlich. Plakative Prints sind das Markenzeichen von Clara Kaesdorf, aber bei näherem Betrachten stechen feine Strukturen in Gewebe und Print ins Auge, die die Kleidung malerisch erscheinen lassen. Die Verschlüsse der Jacken und Mäntel sind per Hand aufgenäht und können so auch vom Kunden ohne viel Aufwand versetzt werden, um die Kleidung dem Körper auch nachträglich anzupassen.

Wenig, aber dafür qualitativ hochwertiges, lange Tragbares zu entwerfen, ist mein Konzept zur Förderung von Nachhaltigkeit. Designed und genäht werden die Kleider und Accessoires direkt in Berlin.

Vielen Dank Clara für dieses informative Interview. Viel Erfolg wünscht dir die gesamte Fashionstreet Redaktion. Wir sind bereits jetzt schon große Fans von deiner Mode.

Clara Kaesdorf – Pop Up Store

Mo-Sa 10-20 Uhr

Boulevard Berlin
1.Obergeschoss
Schlosstraße 10
12163 Berlin

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