Mittwoch , 20 November 2019
Marc Stone

Marc Stone Interview @ Friends Sale im Bam Berlin

Das Designkollektiv Marc Stone steht für kunstaffine, zeitgemäße und geradlinige Entwürfe. Marco Steiner, der Designer des Labels, zeigte bereits in Paris, Mailand, Berlin, New York und Seoul seine Männerkollektionen. Fashionstreet Berlin hat den Designer bei dem Friends Sale @ Bam Berlin im Bikini Berlin getroffen.

Mit dem sympathischen Schweizer haben wir über Berlin als Modestadt, die neue Eyewear Kollektion und seine Designphilosophie gesprochen.

Was soll deine Mode verkörpern und wie sieht der Marc Stone Mann aus?

Das ist je nach Saison immer ein bisschen anders, der Marc Stone Mann ist ungefähr zwischen von 25-55 Jahre alt. Ich denke eher an einen urbanen Mann, der Wert auf stilistische Details legt. Von klassisch bis Street geht eigentlich alles, ich würde sagen meine Kollektionen haben immer einen leichten Avantgarde Touch,meine Mode ist aber hauptsächlich von Streetwear beeinflusst. Meine Mode verkörpert grundsätzlich eine eigene Geschichte, jede Saison lasse ich mich von einem anderen Thema inspirieren.

Was fasziniert dich an Berlin?

Die Stadt selbst bietet einfach sehr viele Kontraste, man hat in Berlin wirklich alles. Man kann die Industrie Halle oder das schicke High End Loft haben. Und das spiegelt die Stadt wieder und Berlin ist noch jung, sie entwickelt sich ständig. Genau diese Kontraste sind sehr spannend zu sehen, denn daraus entwickelt man Kollektionen. Für mich ist es sehr wichtig, dass man sich von einer Stadt inspirieren lassen kann. Ich war früher in Zürich und dort ist alles eher glatt und clean und das ist ein kompletter Gegensatz zu Berlin.

Wie würdest du deine Designphilosophie in drei Worten beschreiben?

Street. High End und Avantgarde.

Deine Affinität zur Kunst wird immer wieder in deinen Kollektionen aufgegriffen. In der Modewelt taucht ja immer wieder die Frage auf „Ist Mode Kunst?“. Was wäre deine Antwort?

Nein. Also wenn ich eine Kollektion mache dann denke ich an einen Kunden. Wenn ich Kunst mache habe ich eine Vision. In der Schule habe ich das früher gemacht. Für Shows mache ich das schon, zum Beispiel Showpieces.

Mit welchem Künstler würdest du am liebsten Mal zusammenarbeiten?

Ich würde gerne mal mit jemandem wie Jeff Koons zusammenarbeiten, aber er ist natürlich eine ganz andere Liga, das ist also Zukunftsmusik. Das wäre schon sehr spannend, da er auch die soziale Momente aufnimmt vom Leben.

Wie würdest du seine künstlerischen Ansätze in deiner Mode umsetzen?

Ich glaube ich würde gerne ein Projekt machen, bei dem ich zum einen seine Oberflächenstrukturen mit einbeziehe, als auch seine sehr plastische Art zu arbeiten.Das heißt die schnitttechnische Führung, aber auch Farben und die Zusammenarbeit mit Drucken, oder die Aufnahme von seiner Kunst mit einfließen zu lassen. Das wäre schon sehr spannend eine eigene Interpretation zu finden.

Welches Kleidungsstück würdest du niemals designen?

Ich glaube das gibt es so nicht, es ist eher eine Kombination, vielleicht ein afrikanisches Kollektionsgewand. So was würde ich als schwierig empfinden, da mir der Zugang dazu fehlt. Aber faszinierend finde ich das trotzdem.

Du hast ja deine Sonnenbrillen Kollektion gelauncht dieses Jahr. Wie war es Sonnenbrillen zu designen? Welche Unterschiede gibt es?

Genau, seit einer Saison sind meine Sonnenbrillen auf dem Markt, und diese hier ist von den 80ern inspiriert. Sie hat eine Holzstruktur an den Bügeln und die Sonnenbrillen reflektieren die Kollektion.

Bei Brillen ist es so man hat festgelegte Strukturen, man muss bestimmte Formen beachten, man braucht verschiedene Produktkategorien, die man erfüllen muss, um eine Basiskollektion zu erarbeiten. Ich habe  jetzt mit der Swiss Eyewear Group zusammen gearbeitet und ich habe die Materialien mit designt, wir haben das Acetat ausgesucht und die Gläser sind aus Japan und sie sind extra polarisiert. Es ist eben eine andere Geschichte, bei Brillen muss man wirklich stark auf die Qualität achten.

Wie bist du dazu gekommen Sonnenbrillen zu designen?

Ich finde Brillen sehr spannend und es ist natürlich auch ein Ausbau des Labels. Die Brillen sind ein erster Schritt zur weltweiten Marke. Wir haben früher schon einmal Schuhe designt oder Taschen, aber immer als Teil der Kollektion. Mit der Eyewear Kollektion sind wir mittlerweile in 500 internationalen Läden vertreten, die Kollektion hat sich sehr schnell etabliert und lässt sich breit gefächert verkaufen.

Was hast du sonst für Zukunftspläne?

Der nächste Schritt wird sich auf den asiatischen Markt beziehen, dort werden wir expandieren und unsere Marke weiter ausbauen. Was ich sehr interessant finde ist die Thematik rund um  Brillen und Accessoires. Und irgendwann möchte ich auch eine Kollektion für Frauen designen. Wir bekommen sehr viele Anfragen von Frauen, die gerne unsere Kreationen tragen würden.

Wie würdest du für eine Frau designen? Wie würdest du vorgehen?

Früher habe ich für Frauen designt, vor meiner Schule. Ich habe autodidaktisch angefangen. Ich habe das sehr spannend gefunden, der Körper einer Frau ist ganz komplett anders und es gibt andere Ansatzpunkte. Als Mann kann ich alles selber tragen und bei einer Frauenkollektion würde ich Frauen in den Entstehungsprozess mit einbeziehen, zu einem Fitting einladen, um ein Gefühl für die weibliche Silhouette zu haben – dieser Austausch ist glaube ich sehr wichtig.

Autor: Nina Zöller – Fotos: Stefan Barth

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