Samstag , 7 Dezember 2019

See Fashion Kunsthochschule Weißensee 2014- Expressiv-experimentelle Fragmente einer Fashion Show

Die Kunsthochschule Berlin Weißensee ist bekannt für ihre kreative Gestaltungsfreiheit, die sich sehr stark in abstrakt- experimentellen Entwürfen der Studierenden wieder findet. Auch in diesem Jahr wurde die Hochschule diesem Ruf gerecht. Anlässlich der Fashion Week in Berlin, wurden am 7. Juli in der Prinzenstraße in Berlin auf der Veranstaltung See Fashion , auserwählte Studienarbeiten vom zweiten Studienjahr bis hin zu den Abschlussarbeiten gezeigt, die jeweils verschiedenen Themenschwerpunkten unterlagen.
Das zweite Studienjahr befasste sich beispielsweise mit dem Thema ” Cool aussehen” und dem gleichnamigen Buch von Diana Weis, dass sich mit Subkulturen beschäftigt.
Die Studenten aus dem Hauptstudium zeigten ihre Entwürfe bezüglich plastisch-experimenteller Formfindung und selbst gewählten Themen mit dem Fokus auf Farbkonzeption. Ebenso war die experimentelle Auseinandersetzung mit dem Material Kaschmir und dessen Verarbeitungstechnik, auch Thema der Studienprojekte. Zum Schluss folgten die Abschlusskollektionen der Bachlor- und Masterabsolventen.

Auch wenn es erstmal ein paar Pannen gab, und das Wetter dem ganzen Event mit Schlechtwetterwolken und Regen einen dicken Strich durch die Rechnung machte, der Runway, der von drinnen, nach draußen ins Freie führte teilweise geräumt werden musste,damit kein Model ausrutschte, konnte nach einiger Zeit des Wartens die Show beginnen.

Die Zuschauer bekamen im wahrsten Sinne des Wortes eine bunte Mischung an losgelöster Vielfältigkeit zu Gesicht. Der bewährte Lagenlook, ebenso wie viel Gerüscht und Gerafftes zierte die Kreationen der Designer. Neben sehr mutigen Farb- und Stoffkombinationen, die sich nicht immer so gut verstanden, sah man auch altbekanntes, bei dem versucht wurde ein wenig Modernität durch Linien und Schnittführung einzubringen. Leider blieb es oftmals bei diesem Versuch.
Die Idee, Mode künstlerisch zu interpretieren und nicht nach altbekannten Muster der Tragbarkeit zu designen ist das eine.  Aber das Tragbare wenig aufregend zu gestalten, indem man sich an schon oft gesehenen Silhouetten bedient und ein wenig Haut des Models zeigt, lässt keine frische Briese in den Modewald hinein.
Die Uhr der Mode steht niemals still. Dessen ist sich jeder bewusst, der in diesem Bereich tätig ist, und erfährt es womöglich am eigenen Leibe, was es heisst im Fashionbusiness tätig zu sein. Vielleicht entsprachen aus diesem Grunde teilweise nur sehr wenige  Kollektionen dem konventionellen Bild von Mode. Künstlerisch-gewagt trifft es vermutlich eher.
Dennoch es gab sie auch hier, die Kollektionen, die die Zuschauer mit nahmen in eine andere Welt, betörend durch gelungene und in sich stimmige Formsprache und Konzeptdenken. Es ist wichtig offen gegenüber neuen Ideen zu sein, aber um sich von ihnen in einen Bann ziehen zu lassen, muss das Gesamtkonzept stimmig sein. die Farbkombination muss zum Schnitt und Thema passen.
Eine Kollektion bestand beispielsweise teilweise  aus Badezimmerteppichen. Der schwingende Rock aus Teppichstoff untermalt mit französischer Musik ließ einen an einen verregneten Pariser Nachmittag denken, den man am liebsten in der großen warmen Badewanne verbracht hätte. Auf jeden Fall sieht man nach dieser Designidee seinen eigenen Badezimmerteppich mit völlig anderen Augen.
Aber auch Schaumstoff wurde in seiner ganzen Plastizität raumeinnehmend zu neuen, interessanten Formen gestaltet. Doch nicht nur experimentelle Entwürfe, die unterschiedlichen Strömungen folgte, bekam man zu Gesicht, sonder ab und an gingen auch modern umgesetzter Minimalismus und urbaner Zeitgeist geschwisterlich Hand in Hand.

Mode muss und soll vielleicht auch nicht immer Konventionen entsprechen-vielleicht geht es auch um eine Art Prozess der durchlebt werden muss. Man sollte immer offen sein, was kommt, aber nicht alles was anders ist,ist Kunst, und nicht alles ist Mode, was eigentlich Kunst ist.

Autor: Carmen Faust — Fotos: KOWA-Berlin/Stefan Barth

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