Montag , 26 Oktober 2020

Afternoon of a Faun: Tanaquil Le Clercq – Kino Review

AFTERNOON OF A FAUN: TANAQUIL LE CLERCQ im Haus der Berliner Festspiele

In Anwesenheit der Regisseurin Nancy Buirski wurde am vierten Tag der Berlinale 2014 ihr Dokumentarfilm AFTERNOON OF A FAUN: TANAQUIL LE CLERCQ im Haus der Berliner Festspiele gezeigt.

Nancy Buirski
Nancy Buirski

Ergreifend schönes Porträt / Touching biopic

Entweder man liebt Ballett oder man kann es nicht ausstehen. Alle aber, die Ballett lieben, haben ein gutes Auge für Schönheit, Grazie und Perfektion. Einzig allein darum geht es nämlich im Ballett. Frauen wie Männer opfern Zeit ihres Lebens, in der Hoffnung sowohl den Körper unendlich belastbar zu machen als auch die jeweilige Rolle mit voller Leidenschaft zu verkörpern. In AFTERNOON OF A FAUN wird ab dem esten Moment klar: Tanaquil Le Clercq ist eine solche Tänzerin, die Schönheit und Grazie in Perfektion verkörpert. Um das erkennen zu können, müssen die historischen Dokumente in Form von Filmaufnahmen und Fotos sowie die zu Wort kommenden Zeitzeugen diese drei Attribute innerhalb von 90 Minuten perfekt zur Geltung bringen. Anders als bei einer Ballettvorstellung realiter, sieht der Zuschauer eines Dokumentarfilms mit den Augen der Filmemacher. Die Filmemacher müssen demnach fähig sein, für den Zuschauer die Schönheit, Grazie und Perfektion im Vorfeld erkennen zu können. Nancy Buirski und ihr Team haben mit AFTERNOON OF A FAUN: TANAQUIL LE CLERCQ bewiesen, dass sie es drauf haben.

Tanaquil Le Clercq und George Balanchine

AFTERNOON OF A FAUN: TANAQUIL LE CLERCQ erzählt nicht nur, wie großartig Tanaquil Le Clercq als Tänzerin war. Das wäre zu einfach. Der Film überzeugt bezüglich Geschichte und Dramaturgie voll und ganz, weil zum einen eine bisher nicht gekannte und sehr persönliche Seite des weltweit gefeirten und sehr eigenwilligen Ballett-Choreografen George Balanchine gezeigt wird, zum anderen, weil Tanaquil Le Clercq mit 27 Jahren an Polio erkrankte. Man muss wissen, dass Polio den Körper fast vollständig lähmt und unweigerlich zum Tod führt. Wie eine Tänzerin, die kurz zuvor noch “Giselle” tanzte, ihrer Bewegungsfähigkeit beraubt wird und wie ein Ehemann, den man sonst so gar nicht in dieser Rolle kennt, alles dran setzt, dass seine Frau lebt, das ist großes Kino, das berührt.

Autor: Caspar Keller

5*: Bedeutendes Kino (sehenswert)
4*: Großes Kino (beste Unterhaltung)
3*: Gutes Kino (gute Unterhaltung)
2*: Kleines Kino (okay)
1*: Schlechtes Kino (besser ein Buch lesen)

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