Sonntag , 15 September 2019
Golden Twenties

Golden Twenties – Johnny´s Filmkritik

Ava (25) kehrt zurück nach Hause und weiß nicht, wo sie anfangen soll. Keiner ihrer Pläne will so richtig aufgehen. Auf der Suche nach Liebe und Zugehörigkeit erscheint ihr der Weg zu einem selbstbestimmten Leben unendlich lang. Ein humorvoller und melancholischer Blick auf eine besondere Zeit im Leben.

Ab Donnerstag, den 29. August 2019 nur im Kino

Inhalt Golden Twenties

Als Ava (Henriette Confurius) mit Mitte Zwanzig wieder bei ihrer Mutter Mavie (Inga Busch) einzieht, ist nichts mehr, wie es früher war. Ihr Kinderzimmer wurde zum Abstellraum umfunktioniert, ihr alter Freundeskreis hat sich aufgelöst und ihre Mutter hat einen neuen Freund, der kaum älter ist als Ava selbst. Ihr eigenes Leben scheint hingegen nicht so richtig in die Gänge zu kommen.

Sie hat keinen Job, keinen Plan und erst recht kein Liebesleben. Da helfen auch die gut gemeinten Ratschläge von Verwandten und Bekannten nicht weiter. Als Ava schließlich unverhofft als Hospitantin am Theater landet, muss sie in diesem turbulenten Mikrokosmos erst einmal ihren Platz finden. Ihr Interesse an Schauspieler Jonas (Max Krause) macht die Sache nicht einfacher.

Trailer Golden Twenties

Johnny´s Filmerlebnis

Der Film erzählt die Geschichte einer Mitte-20-jährigem Hauptdarstellerin, die wenig Selbstbewusstsein, sowie Selbstwertgefühl hat, so scheint es. Ihre Suche nach sich Selbst und ihren Platz in ihrer Welt wirkt, wie der gesamte Film, „Unendlich lang“

Ava zieht bei ihrer Mutter am Anfang des Films wieder ein, da sie mit dem Studium fertig geworden ist. Schockiert, teilweise genervt, stellt sie fest, dass logischer Wiese ihr Zimmer nun eine andere Funktion erhalten hat. Diese Szene dauert mir persönlich bereits zu lange. Sie räumt der Mutter hinterher und richtet das Zimmer wieder etwas her. Hierbei ist sie sichtlich getroffen und entnervt. Dabei gingen mir ständig die Gedanken durch den Kopf „oh Mann, ist ja jetzt kein Weltuntergang, so ist das Leben, weshalb wird dort so ein Tam Tam drum gemacht“.

Golden Twenties
© 2019 Twentieth Century Fox

Dort spiegelt sich bereits meine Meinung zum gesamten Film wieder, denn dies ist eine von vielen Situationen, die für mich nicht nachvollziehbar oder realistisch sind. Ich meine, wäre ich nach meiner Ausbildung nach Hause gekommen und hätte mein altes Zimmer (welches ja nicht mehr existiert, da ich bereits vor Jahren ausgezogen bin)  umgeräumt und die Sachen meiner Eltern weggeräumt, um wieder mein Zimmer herzurichten, hätte ich mir bestimmt ne nette Standpauke anhören können.

Diese Szene wird so sehr in den Fokus gerückt, bei der ich mir die Frage stelle: „war sie die ganzen Jahre nicht einmal zu Besuch? Weshalb weiß sie nicht, dass ihr Zimmer nun ein Funktionsraum geworden ist? Und wenn sie nie da war in den ganzen Jahren, weshalb denkt Ave, dass sie nun noch nach Jahren wieder ein Anrecht auf dieses Zimmer hat?“

Jedoch stelle ich mir solche logischen Fragen den gesamten Film über, die leider unbeantwortet bleiben. Eine meiner Fragen ist z.b. „Was ist mit der Mutter los?“, sie selbst scheint auch noch nicht im Leben Fuß gefasst zu haben. Sie ist von Avas Vater geschieden und hat einen Jungen Liebhaber, der auch kommt u geht, wie es ihm passt und zwischendurch nichtssagende Dialoge mit Ava führt.

„Geht die Mutter arbeiten?“ irgendwie ist die Mutter als Randfigur sehr undurchsichtig und schwer zu verstehen, da sie selbst teilweise, so scheint es, im Chaos versinkt und ihrer, sich selbst suchenden Tochter gar nicht zur Seite steht, sondern mehr noch eher eine kleine Last ist, so kommt es rüber.

Golden Twenties
© 2019 Twentieth Century Fox

Auch eine Liebesgeschichte, welche monoton , manche mögen es melancholisch nennen, erzählt wird, kommt natürlich vor. Auch hier scheint der Schwarm „Jonas“ nicht ganz zu wissen, wer er ist und was er möchte, so kommt es, dass man auch dieser Liebesgeschichte nicht sehr gespannt lauscht.

Da wäre dann auch noch der, für mich überhaupt nicht passende Besuch beim Vater von Ava, mitten in der Pampa, +Besuch der Oma. Auch diese Sequenz trägt nicht dazu bei, z erkläre, weshalb die Mutter so verkorkst ist (die während Ava sich mit dem Vater austauscht, einfach mal mit dem Auto verschwindet und die Tochter mitten im nirgendwo zurück lässt …) oder was in der Vergangenheit vorgefallen ist . Somit bleibt auch dieses Thema unangetastet und offen liegen.

Ava hat natürlich auch eine beste Freundin (Lulu), welche in einer unglücklichen Beziehung „gefangen“ ist, jedoch zum Ende dann doch einen überraschenden Entschluss trifft. Auch diese Freundin ist eher nicht sehr hilfreich bei Avas Selbstfindung.

Jedoch ist sie erfrischend, witzig und hat einen ganz eigenen Charme, der etwas Schwung in die Geschichte bringt.

Autor: Johnny – Fotos: © 2019 Twentieth Century Fox

Fazit: 1 von 5 Johnnysternen

Alles in Allem erzählt der Film eine Geschichte einer jungen Berlinerin, die scheinbar auch noch in 30 Jahren sich selbst sucht. Der Film ist sehr langatmig erzählt, lässt viele Fragen offen und spielt teilweise träge (melancholische) Szenen, die die Story jedoch nicht voran treiben. So dass ich am Ende dachte „was habe ich da nun gesehen? Zum nachdenken regte der Film mich leider nicht an, da meiner Meinung zur Selbstfindung einiges mehr an Action dazu gehört, vor allem für das Leben als Studentin oder fertige Studentin, welche in Berlin beheimatet ist.“ Vielleicht passt der Film gut in Künstlerkreise, die sich mit dieser melancholischen Art des Selbstfindens auseinander setzen, jedoch bin ich leider nicht hinter dem erwünschten Zauber dieses Films gestiegen, daher gibt es von mir 1 von 5 Johnnysterne Da Kamera-Führung und Perspektiven, mir hierbei sehr gut gefallen und die Darstellerin der Lulu (Hanna Hilsdorf) hat einen echt sehr guten Job macht.

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