Freitag , 19 April 2019
HfK Bremen @ NEO.Fashion 2019 - Graduate Show

HFK Bremen @ NEO.Fashion 2019 – Graduate Show

Bei der NEO.Fashion 2019 Show anlässlich der MBFW Herbst Winter 2019 zeigten über 40 Absolventen von vier deutschlandweiten Hochschulen ihre Abschlusskollektionen. Die FH Bielefeld, HAW Hamburg, HFK Bremen und die HTW Berlin arbeiteten zusammen an einer eindrucksvollen Show, die zur Beginn der Fashion Week im Umspannwerk am Alexanderplatz in Berlin präsentiert wurde. Die Besucher der Show konnten sich zudem im Popup-Store über die unterschiedlichen Hochschulen informieren und Brands aus Mode und Beauty kennen lernen.

Die Hochschule für Künste Bremen (HfK Bremen) war mit 10 Absolventen auf der diesjährigen Neo.Fashion 2019 Graduate Show vertreten. Die Kollektionen der jungen Designer waren genauso vielfältig und bunt, wie der Studiengang an sich.

Designer der HfK Bremen @ NEO.Fashion 2019

Andrej Gronau & Maximilian Hogrefe

Den Anfang machten das Designerduo Andrej Gronau und Maximilian Hogrefe. Sie präsentierten ihre Bachelorkollektion “Cyber Rage”. Sie setzen sich in dieser mit den Spannungen zwischen rohen Intuitiven und dem künstlich Technisierten in der Mode auseinander. So schickten Sie Männer in bunten Strumpfhosen über den Laufsteg und erfanden Techniken wie Hand- und Maschinenstrick neu. Klassische Elemente wie das Sakko und Herrenhemd wurden aufgebrochen und trafen auf unerwartetes Neues, wie verspielte Puffärmel, Faltenröcke und Ringelsocken.

Diandra Stelljes

Diandra Stelljes brachte die Lust auf Sonne, Sommer, Strand und Meer auf den Laufsteg. Ihre Kollektion “Camels near the Road” war inspiriert von Reisen durchs fernöstliche Israel. Leichte, natürliche Stoffe, bunte, sanfte Farben und grafische sowie florale Prints verschafften Lust auf warme Sommertage. Ihre reduzierten Strukturen und Linien in den Designs, sowie die minimalistischen Silhouetten waren modern und lässig. Abgerundet wurde ihre Womenswear Sommerkollektion durch zahlreiche Accessoires, wie Taschen, Gürtel, Sonnenvisiere sowie Badeanzüge.

Birte Manz

Nach dem Sommer folgt bekanntlich der Winter. So auch bei der Neo.Fashion Show 2019. Die Designerin Birte Manz und Gründerin des Labels Sickmann zeigte ihr gleichnamige Strickkollektion für Männer wie Frauen. Alle Stücke waren mit viel Liebe handgestrickt und aus hochwertiger Merinowolle gefertigt. Dabei ist der Masterabsolventin die ökologisch und soziale Nachhaltigkeit bei der Herstellung ihrer Kollektion von großer Bedeutung. Das Label konzentriert sich vor allem auf kuschelige Pullover und Jacken mit oversize Schnitten und spielerischen Details an Ärmel, Kragen und Co. Die Besonderheit der Kollektion waren die dreidimensionalen Strukturen und haptischen Muster, welche durch den Einsatz von sehr dickem Garn und großen Nadeln entstanden. Echte Winteressentials mit extra viel Wohlfühlfaktor.

Carolin Becker

Im Mittelpunkt der Bachelorkollektion “Unermüdlich Rastlos” von Carolin Becker stand das Gefühl des nicht enden wollenden Unterwegssein, des Momentes und des Ruhelosen. Kritisch befasste sie sich mit ihrer Generation und präsentierte dekonstruierte Schnitte, die mit jeder Bewegung ein Eigenleben am Träger erschaffen. Greifbar wird das Ganze durch farbige abstrakte aber auch multimediale Prints. Die detaillreiche, komplexe Menswearkollektion mit ihren schrägen Säumen und zahlreichen Lagen ist in Erdtönen gehalten und wurde mittels gezielt eingesetzter Signalfarben wie Neon-orange und Rot akzentuiert.

Eileen Bokelmann

Eileen Bokelmann nahm die Zuschauer mit auf eine Expedition an den nördlichen Polarkreis. Ihre größtenteils Outdoor-dominierende Kollektion bestach durch abstrakte Prints, welche mittels Siebdruckverfahren auf die Stoffe aufgetragen wurden. Die vielschichtigen Meanswear-Looks waren tragbar und extravagant zugleich. Kapuzen, weite Schnitte, Mäntel und Windbreaker ermutigten aufbrechen zu wollen, um unentdeckte Welten zu erforschen. Highlight der Kollektion namens “Naut” war der All-over, silber hochglänzende Keylook, welcher an eine Wärmedecke gepaart mit Streetwearelementen jegliche Aufmerksamkeit auf sich lenkte.

Kristin Feldmann

Unter dem Titel “Same same but different” präsentierte Kristin Feldmann ihre Interpretation des Partnerlooks mit einem kleinen Augenzwinkern. Einflüsse aus den Bereichen Sports- und Workwear waren in ihrer Kollektion nicht zu verkennen. Aufgesetzte Taschen, Bucket Hats und hochgekrämpelte Hosen machten die Looks zu echten Streetwearlieblingen, funktionell und hoch angesagt zugleich. Stickereien, digitale Prints á la Hawaii, Latzhosen und weite Hemde wurden geschickt zu einem harmonischen Gesamtbild kombiniert, wodurch die Designerin sämtliche Klischees des Partnerlooks aufhob.

Christian Camehl

Christian Camehl denkt nicht in konventionellen Kategorien, wie Jacke, Hose, Kleid. Er stellte mit seine Kollektion “Plus” bisherige Formen und Silhouetten in Frage und widersetzte sich so der herkömmlichen Ästhetik. Gesellschafts- und geschlechtskritisch, skulptural, radikal und komplex beschreiben nur im Ansatz seine Designs. Christian überzeugte mit zahlreichen Drapierungen, Tunnelzügen und Raffungen, die geschickt den Körper umschlangen. Der junge Designer scheute sich dabei nicht, mit zahlreichen unterschiedlichen Stoffen zu spielen, egal ob glänzend, transparent, strukturiert, gemustert, fließend und glitzernd. Geht nicht, gibt’s nicht!

Marie-Jo Albrecht

Die gebürtige Hamburgerin und Wahl-Parisienne brillierte mit zeitgemäßen, jungen Looks nach dem Motto: “When everything is smooth, why are we so sad?”. Geprägt von ihrer Generation und dessen Suche nach der eigenen Identität, zwischen der digitalen Welt und der Realität, schickte sie Models in nudefarbenen Lackmänteln und grellen Steppjacken über den Laufsteg. Marie-Josephine traf mit Ihrer Kollektion den vorherrschenden Zeitgeist und fängt das Gefühl der Millinnials und Generation Y ein. Während die ersten beiden Looks in dunklen Farben, schweren Stoffen und düsterer Aura die Show eröffneten, sind die nachfolgenden Looks Streetwear tauglich, wenn auch mit der gewissen Extravaganz und Dramaturgie getreu ihrem Label MJ2A91.

Felipe Asán Escobar

Felipe Asán Escobar hatte wohl die persönlichste Kollektion von allen. Der gebürtige Ecudaroianer befasste sich in der Kollektion mit seiner eigenen Genderidentität, welche im Konflikt zu seiner Erziehung und dem kulturellen Hintergrund steht. Die in dunklen Farben gehaltene Kollektion vereinte Elemente aus Queerculture, wie die Schlaghose aus schwarzen, hochglänzenden Lack mit traditioneller Menswear. Romantizismus traf auf sexuelle Instinkte. Die zum Teil weiten Schnitte wurden durch breite Gürtel in der Taille betont oder waren gecropped und legten stilvoll den Bauch frei. Selbstbewusst und cool präsentierten die männlichen Models die Bachelorkollektion “Strange melancholia” in Highheels. Ein gelungenes Ende, welches ein Hauch von Aufbruch und Freiheit aus konventionellen Mustern mit sich führte.

Autor: Isabelle Thiede – Fotos: KOWA-Berlin

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