Samstag , 22 Februar 2020
HTW Berlin @ Neo.Fashion 2020 - Graduate Show

HTW Berlin @ Neo.Fashion 2020 – Graduate Show

3 Shows, 9 Modehochschule, über 70 Abschlusskollektionen – das ist die NEO.Fashion. „Best Graduates Show“. Am 13. Januar fand diese in der dritten Ausgabe im Reef Berlin des Vienna House Andel’s im Rahmen der MBFW Berlin Herbst Winter 2020 statt.

NEO_Fashion 2020 Anna Büser

Neben Absolventen und Absolventinnen der HAW Hamburg, der FH Bielefeld, der Hfk Bremen, der HS Hannover, der HS Reutlingen, des Lette Vereins Berlin, der Westsächsischen HS Zwickau und der KH Halle zeigten auch 15 Graduierte der HTW Berlin dort ihre Arbeiten.

Autor: Charlotte Westphal – Fotos: KOWA-Berlin

Designer der HTW Berlin Neo.Fashion 2020 Show

Yevheniia Luchko – Apophis. Ein ägyptischer Gott und ein gleichnamiger Asteroid

Yevheniia Luchko’s Bachelorkollektion vereint Mythologie und Kosmologie. Dies stellt sie mithilfe filigraner Applikationen, aufwendige Kopfbedeckungen, die nicht von dieser Welt scheinen und fließenden Materialien dar. Keypiece der Kollektion ist ein Hybrid aus Lederkorsage und Rock, der in unterschiedlicher Ausführung in beinahe jedem Look auftaucht. Für Jenny Luchko ist Mode eine Kunstform, wie man anhand der aufwendigen Handarbeit ihrer Kollektion unschwer erkennen kann.

Anastasia Bogonos – alea

Die Kollektion “alea” überzeugt durch ihre dekonstruierten Schnitte, welche durch die intuitive Drappage von zerschnittenen Altkleidern entstanden sind. Die monochromen Outfits in cremeweiß und schwarz sind multifunktional und beliebig wandelbar. Der Einsatz eines Strickstreifenmusters, welches mithilfe der Veränderung der Maschengröße entstanden ist, komplementiert die passformlosen Designs perfekt.

Linda Herrmann – Coming from Creaky Roots

“Coming from Creaky Roots” befasst sich mit der charakterlichen, sozialen und psychischen Prägung eines Menschen. Neben nachhaltigen und natürlichen Materialien, verwendet sie das Fachfremde Material Holz als Anlehnung an die handwerklichen Fähigkeiten der Generation ihrer Großeltern. Linda Hermanns Kollektion ist in hellen weiß, creme und Gelbtönen gehalten, mit blauen Akzente. Sehr interessant scheint auch ihr blauer Siebdruck-Print der an eine Landschaft erinnnert.

Felicia Borsche – Zwischen Geometrie und Spiel

Kann man Geometrie tragen? Felicia Borsche bestätigt mit ihren ausschließlich gefalteten Entwürfen diese Frage. Inspiriert vom Bauhaus verbindet sie geometrische und organische Formen in Primärfarben. Weiße Hosen und Röcke die übermäßig gefaltet sind stehen im Kontrast zu gigantischen Faltskulpturen, die sich um den Körper legen und den Menschen darunter beinahe verschwinden lassen.

Duong LY – 10s

Mit Stakkato-artigen elektronischen Beats heitert Duong Ly das Neo.Fashion. Publikum auf. Seine hochwertige zero waste Bachelorkollektion, die gänzlich aus Strick besteht ist als Tribute an die Ballroom Community zu sehen. In poppigen Farben mit der jeweiligen Ballroom Kategorie als Haarreif, bestreiten die Models den Laufsteg, posieren und interagieren.

Anna Heim – Skin to Skin

Anna Heims Kollektion beschäftigt sich mit allen Komponenten der Identität, sowie dessen Zusammenspiel mit dem Leben in der Großstadt. Passender Soundtrack dazu ist das Geräusch von Atemzügen, welche sofort ein intimes Gefühl übermitteln. Neben dekonstruierten Strickoberteile und starren Korsagen, ist der Keylook eine Art gelbe Matratze, die sich auf dem Rücken tragen lässt.

Nathalie Weber – Feinfühlig

“Feinfühlig” ist inspiriert von der Hochsensibilität und mit natürlichen, nachhaltigen und antibakteriellen Materialien speziell entwickelt für Allergiker, Neurodermiker und Elektrosensible. Die farblich sanft gehaltene Kollektion in beige, gelb, hellblau und schwarz Tönen, soll dem Träger ein Schutzhülle vor der Außenwelt bieten. Passend dazu sind die vielen Kapuzen, Kopftücher und Hüte.  

Lena Pisarz – Dialog ٠ Tolenranz ٠ Akzeptanz ٠ Sinti und Roma

Der Punkt spielt für Lena Pisarz eine entscheidende Rolle. Er steht symbolisch für Gleichberechtigung im Wandel, sie möchte auf die Vorurteile gegenüber Sinti und Roma aufmerksam machen und einen Dialog öffnen. Mal als Digitaldruck, dann aufgestickt auf einen Rock oder auf einem Hosenbein, der Kreis findet sich überall. Abgesehen verwendet sie vor allem feste Materialien und spielt mit roter Farbe als Kontrast. 

Martha Berwanger – Plus 1

“Plus 1” ist eine modische Kollektion für Menschen mit Down-Syndrom. Im Entwicklungsprozess der Kollektion hat Martha Berwanger ihre eigene Massenmassung durchgeführt, um sich Größentabellen und später Konfektionsgrößen für Menschen mit Down-Syndrom zu erstellen. Entstanden ist eine schwarz-weiße Kollektion mit Akzenten in Rot und einem Karomuster, die sich über gemütlichen Homewear zu schicken Kleidern und Zweiteilern erstreckt – für jeden Anlass ist etwas Passendes dabei.

Mariam Mchitarian –  HANI HAKI

Einen Trechcoat, als Jumpsuit, Perlenketten, die die Sicht verschleiern und ein Jumpsuit, der an eine Zwangsjacke erinnert – das sieht man bei HANI HAKI. Mariam Mchitarian möchte mit ihrer Kollektion groteske Schönheit ausdrücken und die ambivalenten Gefühle, die sie beim Hören armenischer Musik empfindet. Hingucker sind zudem nicht nur die gewebten Taschen, sondern auch Perlen, die in roten Netzen um den Körper gelegt werden.

Anna Büser – INFANTIL

INFANTIL sticht durch seine Digitaldrucke hervor. Viele Kleidungsstücke zieren bunte Kinderzeichnungen, denen mithilfe von Techniken wie Plissieren und Sticken eine Dreidimensionalität gegeben wird.  Auch spannend ist ein Mantel, dessen Saum die Formen der Zeichnungen nachempfindet. Anna Büser möchte mit ihrer Bachelorkollektion die Neugierde des Betrachters wecken.

Meriska Aurelia Suparman – Industrialized Dynasty

Meriska Suparman’s Kollektion interpretiert das chinesische Erbe neu. In Zeiten des Umbruchs der Digitalissierung stellt “Industrailized Dynasty” eine Verbindung von Kulturgeschichte und Hochtechnologie dar. Mit einem Ganzkörperlook aus chinesischen Mustern, vielen Raffungen, die neue Volumina erzeugen und Bändern schafft ihre Bachelorkollektion diese Brücke.

Friederike Snelting – MINE DUST

MINE DUST erzählt eine Auseinandersetzung mit dem Bergbau. Kleidung, dessen einzige Verwendung die harte anstrengende Arbeit unter Tage, interpretiert Friederike Snelting modisch neu. Harte asymmetrische Korsagen und übergroße Handschuhe in hellgrün und Rot scheinen für Schutz zu Sorgen. Sie stehen im Kontrast mit weichen Stoffen, Volants und einem voluminösen Mantel, dessen Wattierung die Optik des Bergbaus nachempfindet.

Ruben Vogt –  How to speak Poetry

Zu den Worten aus einem Essay von Leonard Cohen schreiten die Models von Ruben Vogt über den Laufsteg. Seine Kollektion besteht aus dunkelgehaltenen HAKA Looks, die aufgrund ihrer großen Materialvielfalt überzeugen. “How to speak Poetry” soll als Hilfsmittel für die Ästhetik des Trägers verstanden werden, es sei keine Kunst. Beim Entwurfsprozess erkundete Ruben Vogt die Beziehung der Aussagen Cohens mit Bekleidung.

Nastassia Volkus –  Traces

Den Abschluss der HTW machte Nastassia Volkus mit ihrer Bachelorkollektion, die zeitlose Weiblichkeit ausdrückt. Wie der Kollektionstitel verrät, handelt “Traces” von dem Beweis einer Existenz und verwischten Spuren. Dies wird mit asymmetrischen Schnitten und Applikationen von fragilen Filzspuren geschaffen. Starke Schulterpartien stehen im Kontrast zu geraden Silhouetten.

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