LML Studio - Lucas Meyer-Leclère

LML Studio von Lucas Meyer-Leclère – verborgene Schönheit

Der Designer Lucas Meyer-Leclères präsentiert unter dem Namen “LML Studio“ tragbare Kunstwerke. Diese enthüllen die Schönheit des Handwerks von bestehenden Kleidungsstücken. Sein Handwerk und seine Kunst begeisterten nicht nur im Oktober 2021 das Publikum der “Berlin Fashion Week“, sondern bereits zuvor große Namen wie Karl Lagerfeld.

“LML Studio” präsentiert tragbare Kunst

Schon in den Anfängen seiner Karriere wird deutlich, dass sein Verständnis von der Schönheit des Handwerks, in Bezug auf Textilien, ankommt.

Heute werden Kleidungsstücke sowohl aus seinem Schrank als auch von anderen Designerinnen und Designern auseinandergenommen und anders interpretiert zusammengesetzt. So entstehen einzigartig neue Kleidungsstücke. Mutig werden alle Wege der Kreation miteinbezogen. Durch Schreddern, Sticken, Malen und vieles andere, wird die Schönheit des Handwerks von bereits bestehenden Kleidungstücken aufgezeigt.

Im Fokus steht für Lucas Meyer-Leclère Nachhaltigkeit: aus vorhandenen Ressourcen Neues erschaffen. Das Thema Nachhaltigkeit war für ihn aber nie aufregend oder sexy. Am meisten reizt ihn die Tatsache und damit die Herausforderung, dass Luxus einfach seinem Wesen nach nicht umweltfreundlich ist, berichtet er im Interview mit dem Sleek Magazine.

Ein Schlüsselmoment: “Die Schöne und das Biest”

Lucas Meyer-Leclère war etwa zehn Jahre alt, als er “Die Schöne und das Biest” von Cocteau sah und begann, Kleider für die Figuren zu zeichnen. Dieser Moment ist ihm in Erinnerung geblieben und ebnete seinen Weg in die Welt der Kleider.

Karl Lagerfeld entdeckte Lucas Meyer-Leclère schon während seines Modedesignstudiums am Central Saint-Martins in London und ließ ihn Stoffe für Chanel entwerfen, während er zeitgleich Handmaltechniken und Druckdesigns entwickelte.Nach dem Abschluss seines Studiums lebte er zwischen London und Mailand, entwarf Stoffe für Designer wie Louis Vuitton, Dior, Raf Simons und Lanvin und war Leiter der Textil-Accessoires für Jimmy Choo.

In einem Interview mit der “Berliner Zeitung“ beschreibt der Designer: „Mailand war für mich wie eine elegante, alte Tante“ – „Aber Berlin! Das war der seltsame, lustige Cousin, der seinen Finger einmal zu oft in die Steckdose gesteckt hat“. Dieser Cousin ließ ihn also 2017 nach Berlin ziehen. Hier präsentierte er seine erste Solo-Show namens “5555”. Die Leinwände der Ausstellung nutze er zwei Jahre später zur Herstellung von Kleidung. Er stellte Techniken, die normalerweise von Unternehmen ausgelagert werden, in den Mittelpunkt seines Schaffens. Jedes Stück ist geschlechts- und größenunabhängig und wird vollständig von Hand abgeändert. Ihm geht es um die Emotionen, den Stoff und den Schnitt. So hat er zu jedem Kleidungsstück eine andere Beziehung.

Das erste Mal unter dem Namen “LML Studio“ präsentierte er seine Kollektion im Rahmen der “Berlin Fashion Week“ 2021. Diese wurde von vielen Pressevertretern als “eine der besten Shows, die je in Berlin gemacht wurden” und bietet eine Aussicht darauf, wo es stilistisch hingehen kann.

„Interessant wird es doch erst, wenn man so etwas auch gegen Widerstände zustande bringt“. – Aus diesem Grund setzt er sich als Ziel eine Art Couture-Studio in Berlin zu eröffnen, dies verrät er im Interview mit der “Berliner Zeitung“.

Autor: Josepha Heiden – Fotos:

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