Sonntag , 17 Februar 2019
UDK BERLIN SCHAU16

UDK BERLIN SCHAU16 – Graduate Fashion Show

Am Freitag, den 21.10.2016 fand die diesjährige UdK Berlin SCHAU 16 der Universität der Künste in den Räumlichkeiten des Estrel-Hotels statt. Elf Studentinnen und Studenten des Faches Modedesign zeigten ihre Kollektionen im Rahmen dieser Veranstaltung. Entwürfe der 3.-, 4.-, 5.- und 6.-Semestler wurden in drei Projekte zusammengenommen und ebenfalls präsentiert. Der rechteckige Laufsteg und die Begleitung der Models durch einen Live-DJ trugen ebenso zu der packenden Atmosphäre bei, wie der Auftritt einer Beatbox-Band mit einem der Jung-Designer.

SCHAU16 Graduate Show UDK Berlin

Ohne Frage haben die Studenten sich bei der Gestaltung ihres Abends alle Mühe gegeben, um Presse und Publikum eine außergewöhnliche Show zu präsentieren. Begleitet wurde der Abend von viel Applaus, einem begeisterten Publikum und natürlich den strahlenden Nachwuchsdesignern.

Autor: Lilli & Susanna – Fotos: KOWA-Berlin
Die Fotos sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht kopiert werden. (Auch Facebook)
Fotoanfragen an Jens@KOWA-Berlin.com

DESIGNER DER UDK BERLIN SCHAU16

Projekt des 4. Semesters – Menschen am Sonntag

Bei der UDK-Fashionshow zeigten neben Bachelor- und Master Absolventen auch die laufenden Semester ihre Arbeiten. Interessant hierbei waren die unterschiedlichen Schwerpunkte der Studenten bei ihren unterschiedlichen Kollektionen. Viele legten vor allem den Schwerpunkt auf experimentelle Gestaltung der Oberfläche durch Print, Stickerei, usw. Zudem wurde mit Formen  der unterschiedlichen Materialien gespielt, sowie mit Überlänge der Schnitte und sehr häufig gesehen wurde das Layering der vielen oft drapierten Schichten. 

 

Leonard Murr – Fisch Kitty Bisch – La Crevette pour les Hommes

Der Bachelorstudent gibt in der Beschreibung seiner Kollektion einen Anstoß, sich mit dem Internet kritisch auseinander zu setzen. “Suchmaschinen haben keinen Sinn für Schönheit” lautet hier der erste Satz. “Kreativität ist die Großmutter des Internets. Das Netz ist unsterblich. Das ist seine Schwäche”. Die sanften Farben und klaren Schnitte seiner Kollektion erwecken den Eindruck, als solle seine Message durch die Entwürfe weitergetragen werden. Ironisch wirkt die Verwendung von Netzstoffen.

 

Friederike Stanitzek – Furor Florals

Sehr künstlerisch setzte die Bachelor Absolventin ihre Kollektion um. Die Models trugen durchsichtige Ganzkörper Anzüge mit bedrucktem Blumenmuster in Pastelltönen. Ihre gelb, grün, weißen Looks wirkten trotz der vielen Schichten sehr fließend. Die übereinander angeordneten Materialien sind elegant drapiert und mit verschiedenen Blumenartigen Perlenschnüren verziert. Besonderer Hingucker sind die Schuhe, die in den Ganzkörperanzug integriert waren und am Absatz ebenfalls mit vielen Perlen geschmückt waren.

 

Aicha Abbadi – Unique Forms of Discarded Ideas

Aicha Abbadi gibt ihren Entwürfen den Namen “Einzigartige Formen verworfener Ideen”. Ihre These “Jedes fertige Kleidungsstück unterbricht einen Entwurfsprozess” und der Kollektionsname unterstreichen die absichtliche Unterfertigkeit, die in ihren Looks vorherrscht. Das Zusammenspiel aus diversen Stoffvariationen im Patch-Look sowie das stetige Aufgreifen von Ansätzen und Ideen, welche ganz bewusst nicht fertig ausgearbeitet sind, verleihen dieser Kollektion ihren besonderen Touch.

 

Muyao Zhang – Show the Flow

Schwarz mit Schwarz. Die Master Absolventin setzt auf die dunkelste Farbe und glänzt. Sie benutzte klassische Hosen und Hemden Schnitte und interpretiert sie völlig neu. Cut Outs an besonderen Stellen, ausladende Falten an den Schulterpartien, mehrlagige Krägen und auch sie arbeitete mit unterschiedlich langen Schichten.

 

Projekt des 3. Semesters – Denim Otaku

Bei diesem Projekt wurden die Entwürfe von 14 Studentinnen und Studenten des 3. Semesters (2015/2016) präsentiert. Verschiedenste Stile prallten aufeinander und wurden in einem bunten Mix dem breiten Fachpublikum gezeigt. Die überwiegend weiblichen Nachwuchs-Designer arbeiteten besonders viel mit Denim-Variationen und Mustermix. Auch waren weiße Parücken mit langen, glatten Haaren ein beliebtes Einsatzmittel.

 

Nicolas Fischer – The Duty of Youth is to Revolt

Rebellisch kommt die nächste Kollektion des Bachelor Absolventen daher. Seine Thesen wie „Negativität ist sexy“ und „ warum gibt es nicht viel mehr Nichts?“ regen zum Nachdenken an, genauso wie die vielen gedruckten oder geklebten Sprüche auf seinen Looks. Die Kollektion ist in Gelb und Weißtönen gehalten. Besonderes Highlight waren die gelben Overknees Stiefel, ebenfalls bedruckt.

Lilo Klinkenberg – Identity Uncertain

Das Thema von Lilo Klinkenbergs Bachelor-Kollektion hieß “Identitäten”. “Wie mache ich mich unsichtbar? Weiß jemand, wie Erwachsensein geht? Man muss sich stählen.”, lautete ihr Beschreibungstext. Sanfte Farben, weiße Sneaker und ganz besonders die Musik gaben der Atmosphäre eine Leichtigkeit, die fast bedrohlich wirkte.

Lisa Oberländer – Personalise

Die Bachelor Absolventin zeigt starke Looks und interpretiert klassische Jackenschnitte von z.B. Trenchcoat neu. Das experimentelle, bunte Hahnentritt Muster auf Hosen und Shirts, sowie auf den Kappen der Models runden die Looks ab. Ihre HAKA Kollektion bringt vor allem auch durch die schweren Materialien, wie z.B. Leder, in Kombination mit bequemen Jersey Stoffen eine neue Art Männlichkeit hervor.

 

Raphael Schall – This is my house

Raphael Schall setzte sich in seiner Diplomkollektion mit den Eigenschaften der Geschlechter auseinander. Auch er arbeitet viel mit Mustermix und Schichtenlooks. Die gestärkte Bettwäsche, die er so mag, scheint ebenso in seiner Kollektion einen Platz gefunden zu haben. Das Hip-Hopper Kuscheltiere brauchen sei jetzt mal so dahingestellt.

Projekt des 5. und 6. Semesters – Mad men science

Jetzt wurde es wild. Die Präsentation des 5. Und 6. Semester der UDK forderte höchste Konzentration, denn neben des Models, performten zudem Künstler hinter “Textilen Wänden”. Die Models änderten ihre Richtungen, von allen Seiten bekam man die Kollektionen gezeigt. Und auch hier wurde mit Form, Farbe und Materialien gespielt. Besonderes Highlight waren die ersten Looks aus dunklem Leder, geflochten und verflochten, Jacken, Croptops und Röcke. Sehr inspirierend zu sehen, wie unterschiedlich das Thema von den Studenten interpretiert und umgesetzt wurde.

 

Hagar Rieger – Shaking the Habitual

Diese Entwürfe sollen aufwecken! Die Kollektion von Hagar Rieger kämpft gegen die eigene Bequemlichkeit, lockt weg von dem Bekannten, dem Einfachen und lockt mit Abenteuer und Aufregung. Mit viel Muße wurden hier aufwendige Einzelstücke designed. Aufnäher, Cut-Outs und die Liebe zur minimalistischen Detailarbeit runden die Kollektion ab. Ganz nach dem Motto: “Werde nicht zum Angestellten deiner Bequemlichkeit. Der blinde Punkt des Systems ist die Muße.”

Momme Ries – And felt her Body dissolving into Foam

Eine wunderbare Kollektion, die den meisten Zuspruch des Publikums fand. Der Bachelor Absolvent zeigte mit seiner Kollektion wie wunderbar mit Mode zu spielen ist, welche Möglichkeiten es gibt, sie zu interpretieren und schlicht weg auch einfach wie schön Mode sein kann. Die eleganten und aufwendig drapierten Abendkleider bestanden mal zur Hälfte aus einem langen roten Abendmantel aus schwerem Satin und zur anderen Hälfte aus einem eleganten Pailletten Kleid. Corsage kombiniert mit Hosenanzug, sehr viele unterschiedliche Volants, mal als ganzes Kleid, mal an den Ärmeln. Und ein traumhafter letzter Look, der wirklich sehr an seinen inspirierten Schaum erinnert.

 

Gesine Försterling – Work

Gesine Försterling fordert im Beschreibungstext ihrer Masterkollektion „Intimität statt Transparenz, Geheimnis statt Eindeutigkeit, Makel statt Perfektion. Nach diesem Schema scheinen auch die Entwürfe der letzten Kollektion der Schau 16 entstanden zu sein. Die Designerin arbeitet mit weiten Schnitten, Streifenmustern und modernem Schuhwerk. Ihre Thematisierung von Arbeit und Inspiration rundete den Abend optimal ab.

SCHAU16 Graduate Show der UDK am 21.10.2016 im Estrel Berlin.

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