Donnerstag , 17 Oktober 2019
SCHAU19 – UdK Berlin inszeniert Modenschau als Festival auf der Straße des 17. Juni

SCHAU19 – UdK Berlin inszeniert Modenschau als Festival auf der Straße des 17. Juni

Unkonventionelle Dekonstruktionen und innovative Schnittführungen: Am Samstag, 13. Juli 2019 präsentierten die Studierenden des Instituts für experimentelles Bekleidungs- und Textildesign der Universität der Künste (UdK) Berlin im Rahmen der SCHAU19 Modenschau ihre Projektarbeiten und Abschlusskollektionen erstmalig auf der Straße des 17. Juni. Dem Publikum wurde eine stilistische und thematische Bandbreite aus experimentellen Herangehensweisen, interdisziplinären Positionen, New Age-Flair und performativen Inszenierungen vorgeführt. Ein Modefestival für Pressevertreter, Industrieinsidern und Mode-Interessenten.

SCHAU19 – UdK Berlin – Kollektionen

Die Darbietung der SCHAU19 war ein vielseitiges Programm aus Zukunftsvisionen, Wechselbeziehungen zwischen der Vergangenheit und Gegenwart, sowie menschliches Verhalten in Bezug auf Technologie, Tradition und Experiment. Das Institut für Modedesign der UdK Berlin organisierte die Modenschau unter freiem Himmel, direkt vor den Werkstätten und Ateliers mit dem Hintergedanken, den Entstehungsort der Künstler zu zelebrieren. Bereits im Vorfeld konnten Besucher bei einem UdK-Rundgang die Räume des Instituts besuchen, um wertvolle Einblicke in die Designprozesse zu erhalten. Um ca. 20 Uhr startete die Modeschau der UdK mit Musik und die SCHAU19 war wieder ein voller Erfolg.

UdK SCHAU19 Modenschau

WHAT IF? – 4. Semester

Bei der Kollektion WHAT IF? des 4. Semesters setzten die Studierenden sich mit einer virtuellen Figur jenseits der gewohnten Menschlichkeit und ihrer körperlichen Form auseinander. Unter der Leitung von Gastprof. Franziska Schreiber und Juniorprof. Berit Greinke lag der Schwerpunkt auf die formale Übersetzung der nicht-humanen Körperlichkeit. Zu sehen waren bei der SCHAU19 unkonventionelle Proportionen, Plateau-Absätze, Asymmetrie, Dekonstruktion, leuchtende Neonfarben und Masken – ganz nach dem futuristisch-inspirierten Motto „New Species“. Teilnehmende Designer: Erika Körner, Katharina Spitz, Clara Bageac, Nataliya Susyak, Marius Kurz, Camilla Volbert, Laurids Köhne , Rita Rozhkova und Fredetik Britzlmaier.

M.A.-Kollektionen

UdK-Absolvent Alexandru Plesco zeigte eine Kollektion mit dem Titel Out of Stock, bei der er sich auf Materialmix und Asymmetrie konzentrierte. Neben Plastiktüten-tragenden Models setze der MA-Designer auf eine ungewohnt dekonstruierte Ästhetik, Farbkontraste und – passend zum Ausverkauft-Thema – eine klingelnde Wecker-Geräuschkulisse. Eine tickende Zeitbombe für unsere Konsumgesellschaft?

Kai Gerhardt entschied sich für eine reine Herrenkollektion, die sich auf das Loslösen stereotypischer Geschlechterrollen konzentrierte. Mit der Kollektion Let the Future be Human präsentierte er dem Publikum eine unkonventionelle Kollektion für Männer, indem seine Models unter anderem elegante Abend-Roben, bodenlange Mäntel  & Co. vorführten. Die  Farbpalette des MA-Absolvents blieb dabei reduziert Schwarz-Weiß. Hier und da sah man Statement-Prints.

Die MA-Kollektion Sili-connaissance von Kasia Kucharska zeigte vorwiegend feminine Stilelemente mit einem besonderen Fokus auf Spitze, Rüschen, Dekonstruktion. Die Farbpalette bestand aus einem leuchtenden Neongrün, Weiß, Taubenblau und Violett. Zu asymmetrischen Hemden trugen die Models knielange Riding Pants mit Cut-Outs. Die Haare wurden im Sleek-Look getragen.

BACK TO THE FUTURE – 5. bis 7. Semester

Bei der Kollektion BACK TO THE FUTURE präsentierten Studierender des 5. bis 7. Semesters eine archäologische Reise in die prä-digitalisierte Welt der Modezeitschriften. Unter der Leitung von Prof. Wowo Kraus und Prof. Valeska Schmidt Thomsen waren die angehenden Designer auf der Suche nach hypothetischen Antworten auf konzeptuellen Fragen damaliger Fotostrecken. Unter den gegebenen Voraussetzungen entwickelten sie drei Outfits und ein konzeptuelles Magazin, in dem sie sich mit der fragilen Zukunft von Printausgaben auseinandersetzten. Das Ergebnis: Dekonstruktion, Patchwork-Optiken, im Design integrierte Regenplanen, Wurfzelte als Schleppe oder Reifröcke, Elemente aus den 80er-Jahren und PVC-Einsatz. Die Outfits sind von den folgenden Designern: Tim Süßbauer,  Dominik Musewitsch, Johanna Braun,  Jasmin Erb, Alessandro Gentile undPaula Keilholz.

DISSECTION – REGENERATION – 6. Semester

Das 6. Semester stellte eine Kollektion unter dem Motto DISSCETION – REGENERATION auf die Beine. Unter der Leitung des Gastprof. Deepti Barth sollte ein klassisches Sakko auf dem Seziertisch in seine Einzelteile demontiert werden, um in den Entwürfen der Studierenden neugeboren zu werden. Auf diese Weise konnten die angehenden Designer ein gutes Gespür für Wertigkeit, Beständigkeit, Qualität und der materielle Wert eines Kleidungsstückes als Gegenentwurf zu Fast-Fashion erhalten. Bei den Entwürfen sah man vorwiegend asymmetrische Schnitte, Materialmix, Cut-Outs und unkonventionelle Anordnungen der Proportionen. Folgende Designer haben mitgewirgt: Philip Gultschewski, Meri Kurki-Suoni, Anastasia Antonenko ,Manfred Elias Knorr, George Jevremovic, Lulu Mia Linda, Alvizuri Sommerfeld + Tim Süßbauer und Quinglin Hou.

STATUS OF LIBERTINE – 3. Semester

Fahnen-schwänkende Models, weiße Mäntel im Militär-Stil: Bei der Kollektion STATUS OF LIBERTINE präsentierten Studierende des 3. Semesters uniformierte Designentwürfe die an eine Art Astronaut erinnerten. Unter der Leitung von Gastprof. Carolin Lerch entstanden experimentelle Entwurfsprojekte mit einem speziellen Fokus auf diverse Kreativitätstechniken, in denen die Studierenden persönliche Vorhaben erörterten, diese in Collagen und Skulpturen übersetzten und letztendlich in Outfits. Neben den weißen Flaggen waren Schnitte im Unisex-Stil, Kopfbedeckungen und Sturmmasken zu sehen. Teilnehmende Designer: Nataliya Sulak + Frederik Britzlmaier, Katharina Spitz, Camilla Inge Volbert, Marius Kurz, Clara Bageac, Erika Körner, Annika Joy Braun undRita Rozhkova.

T.O.D. TEMPORARY OPTIONS OF DYING – 5. Semester

Bei dem Projekt T.O.D. TEMPORARY OPTIONS OF DYING handelt es ich um eine interdisziplinäre Kooperation zwischen Mode-, Produkt-Design und Design-Theorie, in der Prof. Axel Kufus, Prof. Wowo Kraus und Prof. Dr. Kathrin Busch verschiedene Perspektiven zum Tod als Ende des Lebens beleuchten. Auseinandergesetzt haben sich die Studierenden des 5. Semesters mit Untersuchungen über die Entwicklung von Ritualen und Szenarien bis hin zu praktischen Gestaltungen. Bei der Inszenierung fuhr ein schwarzes Auto als symbolischer Leichenwagen den Catwalk entlang, dem die Models in schwarzen Overalls bedächtig hinterherliefen. Ein bisschen makaber für den einen oder anderen, trotzdem eine überraschende Performance. Folgende Designer haben mitgewirkt: Fabian Senk, 
Lulu Mia Linda Alvizuri Sommerfeld und Delia Rößer + Mina Bonakdar.

WORD UP! – 6. Semester

Ein interdisziplinäres Entwurfsprojekt zwischen Modedesign und Visuelle Kommunikation: Die in Zweierteams entstandene Kollektion WORD UP! beschäftigt sich mit den kommunikativen Potentialen von Bekleidung. Zum einen befassten sich die Modedesign-Studierenden damit, Mode als semiotisches System zu analysieren und beschäftigten sich mit ihr aus postkolonialer Perspektive. Die Studierenden der Visuellen Kommunikation wiederum setzten sich mit Typografie als illustratives Element und der Transformation von Text zu Bild auseinander. Auf Grundlage der gemeinsam entwickelten Konzepte wurde eine gestalterische Methodik und visionäre Formensprache entwickelt. Zu sehen waren himmelblaue Kissen als Statement-Taschen, tiefsitzende Hüfthosen, innovatives Upcycling in Form von Teppichen, Stühlen und Regenschirmen, die im Schnitt integriert waren, Haremshosen, Materialmix und Statement-Prints. Folgende Design-Teams und Designer haben mitgewirkt: Delia Rößer + Nora Velsmann, Hannah Creak + Sophie Bohemien, Rami Shalati + Moritz Tibes, Johanna Braun + Hilka Dirks, Dominik Musewitsch + Charlotte Hornung, Mina Bonakdar + Elena Buscaino und Veronika Hopponen + Masoud Morgan.

B.A.-Kollektionen

Marina Kitsukawa – Artisan

Marina Kitsukawa zeigte eine extravagante Abschlusskollektion – inklusive Brautkleid-Adaption, in dessen Stoff Bilderrahmen mit Fotos eingearbeitet waren. Zusätzlich zeigte sie für Artisan Statement-Looks wie ein zweiteiliges Herzkleid in Rosa, weiße Hemden mit offenen Nähten, bodenlange Westen und XXL-Shirts in leuchtenden Farben.

Kristine Krebs – Aequilibrium

Kristine Krebs zeigte eine spannende Kollektion mit ungewöhnlichen Details wie angenähte Bänder, asymmetrische Schnitte in Form von schräg-verlaufenden Säumen und diverse Materialkombinationen. Ein besonderes Highlight: ein übergroßer XXL-Daunenmantel, sowie ein Komplett-Look von Kopf bis Fuß in Rot. Nicht zu vergessen: ein Hauch von Punk schwebte in der Luft während der Inszenierung von Aequilibrium.

Mia Kather – Simulation Sickness

Bei Mia Kather waren ebenfalls Rekonstruktion und Asymmetrie in der Bachelor-Kollektion Simulation Sickness zu sehen. Hinzu kamen Bleistiftröcke, die kurz über den Knien endeten, übergroße Regenmäntel, spannendes Layering und unkonventionelle Farbkombinationen wie Rot, Navy und Champagner-Farben.

Vi Nghiem Tuong – Conspicuous Performance

Vi Nghiem Toung entschied sich für eine schlichte Kollektion mit raffinierten Details: Bei Conspicuous Performance sah man vorwiegend eine eher beruhigende Farbpalette aus Rosé, Weiß und Eisgrau. Zusätzlich sah man gerade Schnitte, die Proportionen eher schmal geschnitten und doch unisex. Hier und da spannende Accessoires wie farblich-abgestimmte Koffer in diversen Größen.

Justine Masché – The Stories we Are

BA-Designerin Justine Masché zeigte in ihrer Kollektion The Stories we Are Dekonstruktion und eine große Bandbreite an Materialmix. In Smaragdgrün, blassem Violett, Neongrün und Gelb schickte sie ihre Models auf den Laufsteg. Hinzu kamen kleine Statement-Taschen in Säckchen-Form.

Katharina Heinze – Now is not the Time for Crazy

Katharina Heinze zeigte in ihrer Kollektion Now is not the Time for Crazy unterschiedliche Interpretationen des klassischen Karo-Musters. Zusätzlich setzt sie auf enganliegende Kopfbedeckungen, asymmetrisch-geschnittene Mäntel und ungewöhnliche Musterkombinationen. Ihre Farbpalette reichte von Marineblau bis hin zu Beige und Grau.

Autor: Antonia Eggers – Fotos: KOWA-Berlin

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