Samstag , 19 August 2017
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Best-Sabel Designakademie

Best-Sabel Berlin – Graduate Show 2017 – FORMAT

Berlin, der 20.07.2017. Eine lange Fahrt aus Mitte raus mit der U-bahn, gefolgt von einer noch längeren Tour mit der Tram, befindet man sich in Köpenick, einem von Berlins ruhigeren Stadtteilen und genau hier, in dieser trügerischen Ruhe, findet die diesjährige Best-Sabel Berlin Graduate Show 2017 statt. Zu bewundern gibt es die Abschlussarbeiten des deutschen Designernachwuchses der Best-Sabel Designakademie, mit einer anschließenden Preisverleihung des besten Newcomers: Larissa Löchel mit der Kollektion Recycle Your Live.

Die Modenschau fand diesmal unter freiem Himmel im Innenhof der Best-Sabel Berlin statt. Das Wetter spielte mit und mit Wein und ein paar Köstlichkeiten konnten die Gäste die Modeschau an einem lauen Sommerabend genießen.

Autor: David Schneider – Fotos: KOWA-Berlin

Die Fotos sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht kopiert und/oder gepostet (z.B. auf Facebook) werden! – Anfragen bitte an: jens@KOWA-Berlin.com

Entrée mit Auszügen aus den Projektarbeiten des 1. -3. Ausbildungsjahres

Als kleines Aperitif vor dem eigentlichem Hauptevent werden vier Outfits von Studenten präsentiert. Schon hier kann man einen Eindruck gewinnen, was später auf die Besucher der Show zukommen würde, denn die Outfits wussten zu überzeugen. Die neugestarteten Erstsemester entwarfen ein schlichtes oversized Ballkleid zum Thema „Black“, es folgten buntere und gewagtere Interpretationen der Vorgabe „Piraten“ und die Arbeiten höherer Semester. Die Auflage „Der rote Faden“ wurde exzellent in einem weißen Zweiteiler mit besagtem rotem Faden drauf umgesetzt, auch die Aufgabenstellung „Überdosis“ wurde mit Bravur gemeistert. Hier wusste eine geschickte Auseinandersetzung mit dem Thema des Dandys zu begeistern, indem es geschickt mit den klassischen Geschlechterrollen spielte.

Designer der Best-Sabel Berlin – Graduate Show 2017

Robin John Hoenow – Le visage

Der Name war Programm – Le visage zeigte Gesichter und Portraits auf neuartigen stilistischen Interpretationen, welche sich ganz klar gegen konventionelle Formvorgaben aufzulehnen versuchten. Lange, weite Gewänder in hellen Farben mit blauen und roten Akzenten machten den gelungenen Auftakt der Show und ernteten eine Menge Applaus.

Fabian Theus – Solutio

Solutio war eine Ode an den Purismus. Klare Schnitte, simple und klassische Outfits in überwiegend Schwarz und Weiß blieben jedoch in ihrer Bemühung um Geradlinigkeit sowohl im buchstäblichen, als auch im übertragenem Sinne farblos.

Marlene Horny – „Formatierung – Welcome To The Machine

Das Thema „Welcome To The Machine“ befasste sich mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft. Optisch wurde dies in Farb- und Materialkontrasten mit klaren Cutouts in Weiß, Metallic und Grün umgesetzt. Ein ohne Frage sehr spannendes Thema mit einem wenig originellem Ansatz, der sich jedoch auch keine gröberen Fehltritte leistete.

Debora Jürgens – Origami

Auch hier verrät der Name schon eine ganze Menge über die Designs. Angelehnt an der japanischen Faltkunst wanderten schlichte Kleider und Hosenanzüge aus schwarzer und weißer Seide über den Laufsteg, welche, kombiniert mit klassischen, hochhackigen Schuhen, durchaus ansprechend waren.

Marcel Wendt – Toujours au coeur – Immer im Herzen

Die Ausstellung „Uli Richter revisited“ im Kunstgewerbemuseum Berlin diente als Inspirationsquelle für diese Abschlussarbeit. Man durfte schlichte und vor allem elegante Damenkleider in Besch und Weiß bewundern, welche durch ihre hochwertigen Materialien und hervorragende Verarbeitung etwas unverwechselbar Märchenhaftes hatten. Nicht ein Tropfen Farbe befleckte den Touch des romantischen Kitschs, der diese Kollektion versprühte. Ein eindeutiges Highlight des Abends.

Josephine Lebrecht – Persönlichkeiten

Josephine Lebrecht spielte in ihrer Abschlussarbeit mit dem Spannungsverhältnis von Mutter und Tochter, welches durch das Auftreten von eben diesen Pärchen auf dem Laufsteg überdeutlich wurde. Simple Gewänder in Grün und Pink mit handgemalten oder digitalen Übergängen sorgten für eine treffende Visualisierung des Themas.

Sophia Weubel – Weniger ist mehr

Die Intention dieser Abschlussarbeit war es, ein Akzent im Sinne des Bewusstseinswandels in der Modeszene hin zu Slow Fashion zu setzen. Weubel wollte besondere, aber eben auch langlebige Stücke schaffen, welche wir über Jahre hinweg einen Platz in unserem Kleiderschrank einräumen können. Simple Akzente im Design sorgten für Hingucker in tadellos geschneiderten Kleidern, ein durchaus überzeugender Auftritt.

Ilena Hauser – Hinter den Spiegeln

„Hinter den Spiegeln“ war vielleicht die Kollektion, welche bei den Besuchern für die größte Begeisterung sorgen konnte. Kleider mit Korsett und venezianische Herrenmäntel in Zirkusmanier in Schwarz und Rot schafften das Bild eines Zigeuners des 21. Jahrhunderts – und das auf eine ansprechende Art und Weise.

Dorina Veronika Klose – Atomuse

Es folgte die mit Abstand ausgefallenste Vorstellung des Abends. Atomus war die modische Interpretation des Urmaterialismus und versuchte mit Colourblocking und asymmetrischen Schnitten zu schocken. Der wohl interessanteste und innovativste Ansatz des Abends schoss dabei leider ein wenig über das Ziel hinaus und verlor sich in seiner Bemühung um Extravaganz.

Larissa Löchel – Recycle Your Live

Der krönende Abschluss hatte etwas tief Philosophisches: „Recycle Your Life“ war ein Plädoyer für die Freiheit. Fließende, weiße Stoffe glitten an nahezu gigantischen Models hinab. Kupferdrähte und verknotete Ärmel versinnbildlichten Konventionen und Denkmuster und sorgten für einen fantastischen Kontrast. Selbst die überwiegend androgynen Gesichter der Model lehnten sich dabei gegen Stereotype auf und komplettierten so die meisterhaft umgesetzte Metapher von Larissa Löchel, die, vollkommen zurecht, am Ende des Abends für ihre Leistung prämiert wurde.

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