Dienstag , 21 November 2017
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Lette Verein Graduate Show 2017

Lette Verein Berlin – SAKUMS FASHION EXHIBITION 2017

Auch in diesem Jahr präsentierte die Modedesign Abschlussklasse des Lette Vereins Berlin ihre Abschlusskollektion mit einem spannendem Konzept. Unter dem Motto „Sākums [lettisch]“ wurden jeweils drei Outfits der StudentInnen gezeigt. „Sākums“ ist lettisch und bedeutet so viel wie Neuanfang. Mit dem Titel erschaffen die AbsolventInnen ein Wortspiel und nehmen unter anderem Bezug auf den Gründer des Lette Vereins Wilhelm-Adolf Lette.

Bei der Sākums Fashion Exhibition 2017 wurden die Zuschauer dazu eingeladen, die Abschlusskollektionen aus nächster Nähe zu betrachten und hautnah zu erleben. Als Veranstaltungsort diente das Hotel Mercure am Wittenbergplatz, in dem jeder Student sein eigenes, ganz persönliches Hotelzimmer nach Lust und Laune dekorieren konnte, um den Besuchern das eigens vollbrachte Werk näher zu bringen. Vor Ort konnte man sich im 1. Stock des Hotels frei bewegen und die Zimmer der einzelnen Designer bewundern.

Cami Meduza – LIFE IN PLASTIC

Erleben durfte das Publikum außerdem die ausgelassene Stimmung der AbsolventInnen, die Freude darüber, Familien und Freunden endlich die Kollektionen in voller Pracht zeigen zu können. Besonders war auch, dass die StudentInnen durch die Fashion Exhibition die Möglichkeit hatten, zu zeigen, wie viel Arbeit hinter einer Kollektion steckt, und was es bedeutet diese zu präsentieren. So durften die Besucher in jedem Zimmer neben den Kleidungsstücken auch die Lookbooks und Fotoshootings der Jungdesigner betrachten.

Einen ganzen Nachmittag und Abend konnten die frisch gebackenen Designer ihren großen Moment genießen und boten allen Interessierten insgesamt drei Durchläufe ihrer Modeschau. Der Catwalk erstreckte sich direkt vor dem Hotel Mercure, eine angenehme Abwechslung zu den meisten anderen Laufstegen. Begleitet von Trommelmusik präsentierten die Models die bereits gesehenen Pieces, zu denen wegen der vorher eingeholten Informationen, sofort Bezug aufgebaut werden konnte.

DESIGNER DES LETTE VEREIN BERLIN – SAKUMS FASHION EXHIBITION 2017

Sariah Ziegner – MAWUSI

Mit ihrer Kollektion MAWUSI (afrik. in den Händen Gottes) möchte die Designerin vor allem die Bedeutung von „Sākums“ betonen, da nun jeder auf sich alleine gestellt ist und jetzt seinen eigenen Weg gehen muss. Mit ihrer bunten Abschlussarbeit hat sie sich an ein Thema gewagt, das sie schon immer begeistert hat – Das farbenfrohe Afrika. Dabei arbeitete Sariah passenderweise nur mit Baumwolle und kreierte klassische Schnitte mit einem runden geometrischen Bruch.

Lea Hartmann – SEASONSIX

Ein orientalischer Flair erwartet uns bei Lea Hartmann. Sie kombiniert Einflüsse aus vielen Kulturen und lässt sie farben-, muster- und materialfroh in ihre bohemian Fashion einfließen. Urbane, lässige Lederjacken mit Nieten definieren ihre neue Kollektion.

Lilliluise Felsenstein – ONLY BORING PEOPLE ARE BORED

Die 60ger und 70ger Jahre sind die Inspiration der Designerin – und das ist klar zu erkennen! Leuchtende Farben, funkelnder Schmuck und bunte Muster sind Teil der Discozeit und auch Teil Felsensteins Kollektion. Mit den Outfits aus wallenden Kleidern und festen Kombiteilen, holt sie Disco wieder in die Echtzeit.

Kristina Kerbs – OBLAKA

„Aus dem Tragbaren hinausdenken und die Ideen ins Tragbare umsetzen“, ist Kristina Kerbs Modemantra. Der sportlich verrückte Stil entstand aus der Überzeugung, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und auch vollkommen neue Ideen und Inspirationen zuzulassen. Zu sehen ist dies vor allem in ihrer neuen Kollektion, geprägt von bauschigen Bomberjacken.

Bidya Zeese – IN MY SKIN

Die Menswear Kollektion IN MY SKIN besteht aus klassischen Silhouetten – Bomberjacke, Hemd, Straightcut-Jeans, Stiefel. Solche Kombinationen erinnern sofort an die Garderobe eines britischen Skinheads. Genau von dieser Subkultur hat sich die Designerin für ihre Abschlussarbeit auch inspirieren lassen. Bidya Zeese möchte darauf aufmerksam machen, dass diese Teilkultur ursprünglich aus einer Arbeiterbewegung in den 60ern entstanden ist und zurzeit sehr viel Einfluss, nicht nur auf die Modeindustrie, hat. Die Designerin arbeitete vorzugsweise mit karierten Wollstoffen und Denim, die sie selbst bleichte.

Natalie Schramke – GODDESSES

Inspiriert von luxuriösen Seidenstoffen und griechischen Göttinnen entstand die Kollektion „Goddesses“. Die fließenden, luftigen Silhouetten und die Türkis-, Gelb-, und Rosanuancen übermitteln das Gefühl von Sommer in Sekundenschnelle an das Publikum. Natalie Schramke verwendete vorwiegend Seidenstoffe und modifizierte sie mit einer bestimmten Färbetechnik.

Sascha Kircher – THE LOTUSEFFECT

“Asiatisch, gothic und ein bisschen fetisch”, beschreibt Sascha Kircher selbst seine Kollektion.
Die Models sind komplett in schwarze, eng anliegende Kostüme gehüllt und tragen ein Make up,
das an Geishas erinnert. Der Jungdesigner mag es “unkomfortabel und inszeniert”. Nach seinem
Abschluss studiert er Kostüm- und Bühnenbild in Weißensee.

Sophia Rützel – GLITCH

Die Models wirken starr wie Schaufensterpuppen. Ihre Outfits bestehen aus zwei Komponenten:
schwarzem Latex und bedrucktem Feindraht, der die Schultern umspielt. “Latex wird häufig mit
SM verbunden, was es längst nicht mehr ist”, sagt die Jungdesignerin selbst, die auch in Zukunft
viel mit Latex arbeiten möchte. Ihre Kollektion soll auf die Frage aufmerksam machen, wie sehr
die Gesellschaft Individualität unterdrückt. Nach dem Abschluss wagt sie den Schritt in die
Selbstständigkeit: “Ich muss endlich fliegen”.

Leilan von Hohenberg – ARE FRIENDS ELECTRIC?

Gary Numan – ein Pionier des britischen Elektropop und Synthie Pop, der eigentlich Pilot werden wollte. Da Leilan den Musiker und vor allem den Song „Are Friends Electric“ mit ihrer Familie verbindet, gab sie ihrer Abschlusskollektion diesen Namen. Ihre Womenswear Outfits erinnern an die Anzüge von Piloten und vermitteln einen sportlichen Stil. Gleichzeitig verleiht der verwendete, blau-changierende Taft einen edlen Look, wodurch die Kollektion auch etwas für die späten Stunden des Tages ist.

Cami Meduza – LIFE IN PLASTIC

Auf den ersten Blick eine Sportkollektion, doch auf den zweiten entdeckt man Rock und Jacke aus PVC. “Die Bodies und Sport-BHs sind aber durchaus atmungsaktiv und für den Sport geeignet”, beschreibt Cami Meduza ihre Designs. Die Schnürenelemente erinnern an die Boxermode der 90er Jahre. Eine weitere Besonderheit: es handelt sich um eine Protest-Kollektion. Die Lehrer der Jungdesignerin wollten etwas anderes von ihr sehen, nicht immer Schwarz und Leder. Also sorgte Cami Meduza für Kontrastprogramm: Pink und Rosa soweit das Auge reicht. Zukünftig will sie wieder hauptsächlich in schwarz designen und der Sportmode treu bleiben.

Anastasia Ross – SEELENOPHILE

Auf Mode für kurvige Frauen hat sich Anastasia Ross spezialisiert. An diesem Abend präsentiert sie elegante Abendgarderobe. Neben Seide verwendete sie auch Elastan, um trotz Körperbetonung für ein angenehmes Tragegefühl zu sorgen. Anastasia Ross führt selbst ein Kleid vor, da ein Model kurzfristig absprang. Ansonsten begegnete sie keinen Problemen und blickt zuversichtlich in die Zeit nach dem Abschluss. Sie plant die Gründung eines eigenen Labels.

Maria Seifert – SILVER

Ausgangspunkt für Maria Seiferts Kollektion war ein einziges Material: Silbernes Kunstleder. Sie entdeckte es in einem russischen Stoffladen beim Familienbesuch. Schnell entstand die Idee, ein Muster aus dem Kunstleder auszustanzen. Der unterklebte Rascheltüll sorgt dabei für anhaltende Stabilität. Außerdem verwendete Seifert weißen Baumwoll- und Leinenstoff, letzteren mit silbernem Lurexfaden durchzogen, was die Kleidungsstücke sommerlich und leicht wirken lässt. In ihrer Kollektion treffen edle Stoffe auf teilweise sportive Schnitte und verspielte Details.

Amar & Anand Amgalanbaatar – FAST FUTURE

Sie sind die Einzigen, die an diesem Abend eine Kollektion zu zweit präsentieren. Für die Zwillinge ist das nach eigener Aussage selbstverständlich und auch zukünftig wollen sie gemeinsam arbeiten. Mit ihrem Abschlussprojekt kritisieren sie die Technisierung der Gesellschaft, dass alles immer schneller gehen müsse und wir ständiger Beobachtung ausgesetzt seien. Hierfür nutzen sie ein exzentrisches Design in rot, blau, weiß und mit durchsichtigen Elementen. Die Stücke bestehen fast ausschließlich aus PVC. Amar und Anand haben ca. 600 Ösen, ungefähr 300m Seil und Kabelbinder verwendet. Gesamteindruck: ein skurriles Bastelprojekt.

Marilena Clasen – BUBBLE WRAP

Leger, casual, sommerlich – Luftpolsterfolie. Marilena wählte für ihre Kollektion „Bubble Wrap“ karierte Stoffe und mischte sie mit ihren selbst entwickelten Drucken aus Luftpolsterfolie. Dies gab den Stoffen eine interessante Optik. Man sah weit geschnittene Teile kombiniert mit engen Badeanzügen. Bordeauxrot scheint eine sehr ungewöhnliche Farbe für eine Sommerkollektion zu sein, aber die Designerin fusionierte die Farbe mit Blautönen und transportiert damit Sommerfeeling pur.

Anastasia Eulenstein – PALE BLUE DOT

Moderne, sportliche und extravagante Kollektion erwartet uns bei Anastasia Eulenstein. So vieles vereint sich in ihrer Mode. Nicht überraschend bei ihrer Inspiration: dem Weltraum. Die leichten Netzteile funkeln wie die Weite des Alls und auch durch ungewöhnliche Schnitte und Farbkombinationen fällt die sportlich-elegante Mode auf.

Felina Billie Warns – PLAN BEE

Die Models in den ungewöhnlichen, blau-weißen Baumwollteilen sehen fast aus wie coole britische Sportprofis. Es ist eine gelungene Kombination aus gemütlicher und dennoch bewusst modischer Kleidung, auf die Designerin großen Wert legt.

Djuna Reiner – NO ARMY

Djuna Reiner setzt mit ihrer Kollektion ein Statement gegen die Waffenindustrie Deutschlands und will ein Bewusstsein dafür schaffen, wie viel unnötiges Geld ins deutsche Militär fließt. Sie präsentiert in ihrem Showroom weiße Outfits die aus einer alten Kinoleinwand gefertigt wurden. Dadurch bekommen ihre Entwürfe einen robusten, starken und voluminösen Charakter. Zusätzlich wurden auf die Oberteile plakativ in roter Schrift die Worte NO ARMY oder STOP WARS geklebt. In ihrer Statement Kollektion setzt Djuna Reiner auf lässige Oversize Silhouetten und kreiert einen selbstbewussten, cleanen Look der modern und tragbar ist.

Zamba Tegshjargal – #BEGENUINE

Zambas Kollektion sticht mit ihren orangefarbenen Jumpsuits und Hoodies sofort ins Auge. Inspiriert vom lässigen Street Style der Hip Hop Szene setzt sie auf Oversize Looks und Layering Elemente. Gleichzeitig nimmt sie mit ihren Entwürfen Bezug auf die rassistisch motivierte Polizeigewalt Amerikas und die schlechten Umstände in Guantanamo. Es ist also kein Zufall, dass ihre Outfits an Gefängniskleidung erinnern. Mit ihrem Motto „sei so wie du bist, sei ein Original, be genuine“ spricht sie eine dynamische, weltoffene Zielgruppe an und erinnert daran, dass Toleranz, Zusammenhalt und Freude wichtige Bestandteile unseres Lebens sein sollten.

Linda Siegel – WHY NOT BLUE?

Linda Siegel beschäftigt sich in ihrer Kollektion WHY NOT BLUE? mit dem Thema Recycling. Ihre drei Outfits bestehen allesamt aus blauem Denim, den sie aus alten Jeans bezogen hat. Trotz der Wiederverwertung setzt sie auf ein klassisches und hochwertiges Aussehen, das sie durch die Wahl der Kleidungsstücke unterstreicht. So schafft die Designerin mit ihren drei femininen Hosenanzügen einen stimmigen und modernen Look der keineswegs an abgetragene Mode erinnert.

Lisa Paelchen – THE BEAUTY OF CONTRAST

Die junge Designerin legt in ihrer Kollektion Wert auf graziöse und doch rockige Flowerpower. Schwarz-durchsichtige, florale Kleider werden kombiniert mit rosa Lederjacken. Ein Kontrast, der auch die zwei Seiten in einem selbst hervorbringen soll, betont die Designerin.

Impressionen SAKUMS FASHION EXHIBITION 2017

Die Kombination von Ausstellung und Modenschau ist erfrischend, spannend und gleichzeitig intim. Genauso wie eine eigene Kollektion sein sollte. Die Mode StudentInnen präsentieren sich in unterschiedlichen Farben, Formen und Stilen und lassen ihrer Leidenschaft merkbar freien Lauf.
Wir wünschen den JungdesignerInnen für den anstehenden Neuanfang alles Gute und freuen uns auf viele zukünftige Kollektionen!

Autoren: Sophie Mathes, Julia Brunner, Bianca Nawrath, Muriel Buchheim – Fotos: KOWA-Berlin
Die Fotos sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht kopiert und/oder gepostet (z.B. auf Facebook) werden!
Anfragen bitte an: jens@kowa-berlin.com

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