Interview Kilian Kerner über seine Fernsehkarriere und seine SS23 Kollektion

Interview Kilian Kerner über seine Fernsehkarriere und seine SS23 Kollektion

Am 6. September wird der deutsche Modedesigner Kilian Kerner auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin seine neue Spring-Summer 2023 Kollektion präsentieren. Jetzt sitzt Kilian vor seiner Kollektionswand und loggt sich in den Zoom-Call ein. Hinter ihm eine Fülle selbstgezeichneter Entwürfe. Noch zwei Wochen bis zur Fashion Week. Das Interview führte Marie Constanze Müller von Fashionstreet-Berlin mit dem Designer:

Interview mit Designer Kilian Kerner 

FSB: Deine SS23 Kollektion trägt den Titel „Ikonen“ und ist inspiriert von Kate Moss, Harry Styles, Timothée Chalamet, Jella Haase, Viola Davis, Serena Williams, Justin Bieber und Heidi Klum. Wie definierst du „Ikone“?

Kilian Kerner: Für mich sind Ikonen Personen, die wirklich viel aus sich und ihrem Leben machen. Die Dinge leisten, die andere nicht machen. Ikonen sind einzigartig. Meine für die Kollektion gewählten acht Ikonen bewundere ich für Talent, Auftreten und starke Persönlichkeiten. Natürlich ist man nicht erst eine Ikone, wenn man prominent ist. In meinem Privatleben gibt es noch mehr Ikonen, die ich aber nicht mit der Öffentlichkeit teilen möchte.

Wie bindest du deine Ikonen in die Show mit ein?

Es gibt Kleider mit Referenzen an Heidi Klum oder Looks, die von Jella Haase inspiriert sind. Meine Ikonen laufen als Person allerdings nicht über den Catwalk. Die neue Kollektion ist sehr bunt, es gibt viele Überraschungen. Das Styling wird laut, wir haben Glitzerfingernägel von Kiss und ganz lange Wimpern. Unsere ikonischen Stoffe sind alle sehr einzigartig, haben uns bei der Verarbeitung aber auch sehr geärgert. Zum Teil konnten die Pieces gar nicht mit der Maschine genäht werden. Es gibt ein Abendkleid, welches komplett per Hand gefertigt wurde.

Deine sechs Kooperationspartner werden auch dieses Mal in die Show mit eingebracht. Ist es für dich eine kreative Hürde, sie mit einzubeziehen?

Nein, ich komme immer sehr schnell auf Ideen. Bei Fielmann erscheint am Tag der Show meine erste eigene Colorcollection, das heißt, wir haben ikonische Sonnenbrillen in den Farben meiner Kollektion entworfen. Mey ist jetzt zum zweiten Mal als Partner dabei. Die Unterwäsche passt zu den Looks. Mit Wasserhersteller Staatlich Fachingen arbeite ich jetzt sogar schon ikonische 12 Jahre zusammen! Eine so lange Partnerschaft ist wirklich nicht selbstverständlich für mich. Hier entwickeln wir jedes Jahr neue Ideen. Dieses Mal erwarten euch Kleidungsstücke, an denen Wasserflaschen angebracht sind. Natürlich haben wir auch neue Partner, wie Emmi Caffè Latte. Ebenfalls war es schon sehr lange mein Traum, mit Tamaris zu arbeiten. Jetzt haben sie eine neue Linie namens NEWD. Tamaris. Seid gespannt auf zukünftige gemeinsame Projekte! Auch Taschen von Liebeskind Berlin sind auf dem Catwalk mit dabei, die wirklich großartig zur Kollektion passen. Es ergibt ein sehr rundes Bild. Ich bin sehr dankbar und stolz, mit so großen Firmen zusammen arbeiten zu dürfen.

Bei der MBFW kommen viele deutsche Designer und Designerinnen zusammen. Du bist über 20 Jahre in dem Business. Was würdest du einem aufstrebenden Designer als Tipp auf den Weg mitgeben?

Du musst es immer lieben, sonst kannst du schnell am Business zugrunde gehen. Es ist sehr hart umkämpft. Du musst dich gegen große Player durchsetzen, durch alle Höhen und Tiefen gehen. Vieles wird hintenangestellt. Ich hatte jahrelang kein Privatleben mehr. In allen Krisen musst du stark sein und immer wieder aufstehen. Versuch auf dich aufmerksam zu machen. Wir haben in Deutschland großartige Designer und Designerinnen. Danny Reinke finde ich zum Beispiel sehr talentiert. Man muss nicht ins Ausland gucken, um gutes Design zu sehen.

Über dich wurde für RTL eine Dokumentation gedreht, du sitzt bei „Poland‘s Next Topmodel“ in der Jury und hast deine „GNTM-Talks“ Show mit Ramon Wagner auf YouTube. Möchtest du mehr im Fernsehbereich arbeiten?

Ja gerne, es entwickelt sich gerade auch ganz gut. Als ich früher noch meine alte Firma hatte, konnte ich sowas aus Zeitgründen nicht tun. Jetzt nehme ich mir die Zeit dafür. Es macht mir unglaublich viel Spaß. Ich glaube, dass ich auch durch mein Schauspielstudium sowie meine Theatererfahrung vor der Kamera nicht ganz untalentiert bin. Auch bei Germany’s Next Topmodel dabei zu sein oder meine eigene Radio-Kolumne, die es als Podcast gibt, machen mir sehr viel Freude. Das möchte ich in Zukunft gerne weiter ausbauen.

Hast du eine aktuelle Lieblingsserie oder Show?

Ich liebe es, Filme und Serien zu schauen. Wenn ich eine Serie starte, kann ich gar nicht mehr aufhören. Deswegen liebe ich es, wenn eine Serie viele Folgen hat. Bei der Serie „Manifest“ zum Beispiel habe ich alle drei Staffeln so schnell durchgeschaut und kann jetzt kaum abwarten, dass die vierte Staffel erscheint! Natürlich bin ich auch sehr gespannt auf die neue Netflix-Serie „Kleo“ mit Jella Haase.

Du bist gut befreundet mit Jella Haase. Wie habt ihr euch kennengelernt?

Der erste Kontakt kam über eine Anfrage ihrer PR-Agentin, die ich kannte. Sie hatte mich gefragt, bevor „Fack Ju Göhte“ prämiert wurde, ob ich Jella dafür einkleiden könnte. Ich habe zugesagt, aber es war ein ganz komisches Treffen. Jella war sehr zurückhaltend und schüchtern. Der ganze Wirbel war auch sehr neu für sie. Wenn man Jella kennt, weiß man, dass sie tief im Herzen ein Hippie-Mädchen ist. Danach habe ich zu meiner Assistentin gesagt, dass wir das nicht nochmal machen. Dann kam aber wieder eine Anfrage und ich dachte „Scheiß drauf, ich mache es“. Zum Glück! An diesem Tag haben Jella und ich uns ineinander schockverliebt. Das ist jetzt bald zehn Jahre her. Seitdem mache ich auch ihr Styling für Pressetermine und Events, wie auch für „Kleo“.

Styling, Fernsehen und deine Marke. Gibt es noch etwas, was du machen möchtest?

Ich würde sehr gerne wieder schauspielern. Und natürlich gibt es im Modebereich keine Grenzen. Eine Tenniskollektion würde ich mit Freude noch einmal designen. Irgendwann auch in New York meine Kollektion zu zeigen, ist ein Ziel von mir.

Autorin: Marie Constanze Müller – Foto: PR/fsb

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